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09.03.2013

Blaue Brez’n, der Schöni und ein Biss

Die Woche im Rückblick.

Darabos soll fortan in der SPÖ-Parteizentrale als Wahlkampfmanager Präsenz-Dienst schieben.

Michael Hufnagl | über die Woche im Rückblick

Das Wunderbare an Wahlen ist, dass es am Ende nur Sieger gibt. Sogar größte Brez’n werden uns regelmäßig als „respektable Ergebnisse“ verkauft, welche trotz Schmutzkübelkampagnen von Konkurrenten, Medien oder beiden möglich wurden.

Ein FPK-Minus von fast 28 Prozentpunkten, 11 Mandaten und ca. 11 Millionen € Parteienförderung konnte aber nicht einmal Österreichs tollster Grinsekater zum Triumph verbiegen. Im Gegenteil. HC Strache bilanzierte, um ein übles Ergebnis in Niederösterreich erweitert, auf Facebook: „Ich kann mich nicht klonen.“ Die Antwort, warum noch immer nicht, verheimlichte er seinen Adoranten. Nicht aber die Ansage, dass nun seine Konsequenzenfaust auf die Stammtische niedersausen würde.

Und das sieht so aus: Barbara Rosenkranz bleibt in NÖ Landesparteichefin, und der Neue in Kärnten, ein schlagender Ragger, meinte zum Wiener Plan der FPK-Resozialisierung ins FPÖ-Lager, das sei eh ein Ziel, aber: „Ich habe nicht gesagt, mit welcher Geschwindigkeit vorgegangen werden soll.“ Eleganter ist „HC – hau di in Schnee“ kaum zu umschreiben.

Krokodil

Dennoch hat Kurt Scheuch seinen Rücktritt vollzogen. Heute brachte aus diesem Anlass ein Bild des Mannes im Krokodilskostüm und titelte: „Kröten-Kurt wirft das Handtuch.“

Selbiges tat dann im Übrigen auch Chamäleon-Norbert. Darabos soll fortan in der SPÖ-Parteizentrale als Wahlkampfmanager Präsenz-Dienst schieben, mit der Mission: Ein Kanzler Faymann ist in Stein gemeißelt. Der neue Verteidigungsminister heißt jedenfalls Klug, womit auch die Wortspieler der Medien Freude haben. Und das nur wenige Tage nach einem Wahlsieger namens Kaiser.

Und wenn schon von Namen die Rede ist: Je näher das Konklave rückt, desto ausgeprägter wird die Favoritenrolle von Christoph Schönborn für das Papstamt dargestellt. Laut Österreich ist „unser Kardinal“ bei einem Wettanbieter gar auf Platz 5. Respektvollerweise wird der Pontifex in spe im Blatt, das so gerne zwischen „Spindi“ und „Schlieri“ oszilliert, stets nur „ Schönborn“ genannt. Umso größer war der Schreck, als dort plötzlich zu lesen war: Petra Frey – „Schöni ist mein Star“. Es handelte sich jedoch, Gott sei Dank, nur um den tanzenden Rainer Schönfelder.

Nummer 1

Schade übrigens, dass 1,2 Millionen Wiener, die in diesen Tagen zur Volksbefragung geladen sind, nicht auch abstimmen dürfen, ob ein Österreicher die neue Nummer 1 im Vatikan werden soll. Ein Unterhaltungselement mehr auf dem Stimmzettel hätt’s locker noch vertragen.

Apropos Unterhaltung, noch zwei Schlagzeilen aus den Gratiszeitungen: 1. Die Story ist schnell erzählt: Thomas Schäfer-Elmayers Rex fuhr einer Dame mit den Zähnen ins Gesicht und fügte ihr blutige Verletzungen zu. Dazu titelte Heute auf Seite 1 gewohnt stilsicher: „Taktlos – Elmayer-Hund beißt Frau in Kopf“.

2. Unternehmer Carlos Slim liegt in der weltweiten Einkommensliste mit einem Privatvermögen von 56,1 Milliarden € auf Platz 1. Der Mexikaner besitzt u. a. auch Anteile an der Telekom Austria. Wenn das nicht Grund genug ist für patriotischen Stolz. Also titelte Österreich: „Unser Telekom-Chef ist der Reichste“. Caramba!

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