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15.08.2017

Null Punkte für null Einsicht

Toleranz ist ehrenwert, wird aber oft falsch verstanden in der Rapid-Führung.

Bernhard Hanisch | über Rapids Probleme

Ein Schelm, der glaubt, Rapid mache sich zu einer Besonderheit, weil der Klub durch die zu lasche Haltung gegenüber seinen besonders verhaltensauffälligen Fans ein wenig mit dem "Bad-Boy-Image" spielt.

Oder steckt vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit in der Unterstellung? Toleranz ist ehrenwert, wird aber oft falsch verstanden in der Rapid-Führung.

Auch war unüberlegt wie unprofessionell, wie sich Trainer Djuricin nach dem Spielende nur im Ansatz in eine Spuckaffäre verwickeln lässt, dass Thomas Murg, vom Frust beladen, den Ball auf den Schiedsrichter-Assistenten schießt. Fehlverhalten von offiziellen Klub-Vertretern vor der Kulisse von Fans, die außer Kontrolle zu geraten drohen, schon sprungbereit auf Begrenzungszäunen sitzen.

Im Brennpunkt steht jetzt nicht das wahre Problem, sondern Djuricin, der als Bundesliga-Coach erst lernen muss, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Es kann vielmehr nicht angehen, dass jetzt in jeder Runde die Dauer von Spielen mit Rapidbeteiligung von der Gunst und Laune der Fans abhängt. Dass ein Haufen von Unbelehrbaren den Wettbewerb verzerrt. Eigentlich hätte schon das Wiener Derby nicht nur unter-, sondern konsequenterweise abgebrochen, Rapid danach mit 0:3 bestraft werden müssen, weil auch nach der Zwangspause der Wahnsinn kein Ende nahm. Nullnummern als gerechte Rechnung für falsch verstandene Toleranz. Geldstrafen und Geisterspiele gab es bereits. Wirkung? Gegen null.