Wasser sparen - Tipps für Haus, Garten und Ihren Alltag

wasserhahn
Wasser sparen schont Ihre Geldbörse, hilft Ressourcen sparen und sichert Lebensräume. Wie groß ist Ihr Wasserfußabdruck?

In Österreich sind wir mit frischem, köstlichem Wasser gesegnet. Wir brauchen nur die Wasserleitung aufdrehen und schon kommt Trinkwasser in Hülle und Fülle. Doch die Schlagzeilen des letzten halben Jahres zeigen, dass sich der Klimawandel auch bei unseren Wasserreserven bemerkbar macht.

Im Westen haben die Regenmengen der letzten Tage die Wasserreserven aufgefüllt. Die Wasserstände des Neusiedler Sees sind wieder gestiegen. Nur im Osten ist es noch etwas trocken, wozu also Wasser sparen?

  • Wasser kostet Geld, wenn Sie weniger verbrauchen, sparen Sie sich dieses.
  • Steigende Bevölkerungszahlen und intensive Landwirtschaft erhöhen den Wasserbedarf stetig.
  • Sie konsumieren nicht nur das österreichische Wasser. Für die Produktion von Lebensmitteln, Kleidung und Konsumgütern ist oft sehr viel Wasser notwendig – oft in Ländern, in denen von dem Lebensquell nicht mehr genug vorhanden ist.
  • Auch die österreichischen Wasserreserven sind nicht unerschöpflich. Es wird sich erst zeigen, wie sich der Klimawandel, rückläufige Schneeschmelze und schwindende Gletscher auf unsere Wasserversorgung auswirken.

Wasserverbrauch pro Person in Österreich

Für Körperpflege, Kochen, Haushalt, Trinken, Waschen und WC-Spülung brauchen wir jeden Tag durchschnittlich 130 Liter Wasser / Person. Unser virtueller Wasserverbrauch liegt allerdings bei täglich 4.700 Liter Wasser / Person – Tendenz steigend!

Virtuelles Wasser – unser Wasserfußabdruck

Der Wasserfußabdruck ist eine Metrik, die den gesamten Wasserverbrauch in Verbindung mit einem Produkt oder einer Dienstleistung darstellt. Er bezieht sich auf das "virtuelle Wasser", das für die Herstellung und im Lebenszyklus eines Produkts benötigt wird. Dies umfasst das Wasser, das für den Anbau von Rohstoffen, die Produktion, Verpackung, den Transport und die Entsorgung erforderlich ist.

Für die Produktion eines weißen T-Shirts und einer Jeans werden fast 20.000 Liter Wasser verbraucht. Mit 1 Espresso verbrauchen Sie ca. 100 Liter virtuelles Wasser.

Bei der Berechnung des Wasserfußabdrucks wird unterschieden, welche Art von Wasser verbraucht wird:

 

  • Grünes Wasser ist der Niederschlag, der im Boden gespeichert ist und von Pflanzen aufgenommen wird. Dieser Anteil ist bei Paradeisern aus Österreich deutlich höher, als z. B. bei in Spanien gezüchteten Paradeisern.
  • Blaues Wasser ist Grund- und Oberflächengewässer (Flüsse oder Seen), das für Bewässerung oder Produktion verwendet wird und dadurch die Wasservorräte reduziert. Das für die Bewässerung der spanischen Tomaten verwendete Wasser steht der Bevölkerung nicht mehr zur Wasserversorgung zur Verfügung.
  • Graues Wasser ist das Wasser, das für die Herstellung von Gütern verschmutzt wird und nicht mehr als Trinkwasser verwendet werden kann. Wenn in Spanien für die Produktion von Paradeisern Pestizide oder Düngemittel verwendet werden, kann sich das negativ auf das Grundwasser auswirken. Nur durch aufwändige Reinigungsprozesse kann Graues Wasser wieder als Trinkwasser verwendet werden.
Cocktailtomaten

In Österreich konsumieren wir ca. 140.000 Tonnen Paradeiser. Nur 20 % davon werden in Österreich produziert. Das ergibt einen Wasserfußabdruck von ca. 5 Liter pro Person und Tag. Wobei der Großteil davon Wasser anderer Länder wie zum Beispiel Spanien und Italien ist, die mit den Folgen unseres Wasserverbrauchs zurechtkommen müssen. Wenn Sie Ihre Paradeiser selbst auf Terrasse, Balkon oder im Garten anbauen, können Sie den virtuellen Fußabdruck für Ihren Tomaten-Konsum deutlich reduzieren.  

Der virtuelle Fußabdruck zeigt uns, dass es in unser aller Verantwortung liegt, unser Wasser und auch das Wasser in den Produktionsländern zu sparen. Sie vermeiden dadurch Hungersnöte, Versteppung, Bodenverlust und die Zerstörung von Lebensräumen.

Wie hoch ist Ihr Wasserfußabdruck? Die Wasserampel gibt Ihnen einen ungefähren Überblick über Ihren virtuellen Wasserverbrauch. 

Helfen Sie mit, dass die Produktionsländer lebenswert bzw. bewohnbar bleiben, indem Sie Ihren virtuellen Wasserfußabdruck reduzieren. Schon mit kleinen Änderungen Ihrer Gewohnheiten, können Sie viel Wasser - und damit auch Geld - sparen.

15 Wasserspar-Tipps für Ihr Zuhause

  • Ein tropfender Wasserhahn nervt – und er verbraucht unnötig Wasser. Dichte Duschköpfe und Wasserhähne schonen daher Nerven und Ihre Geldbörse. Mit Durchflussbegrenzern in Bad und Küche, können Sie die Wassermenge reduzieren, die aus dem Wasserhahn kommt. Wie viel Wasser und Geld Sie persönlich damit sparen, können Sie mit dem Einsparrechner selbst berechnen.
  • Ein Vollbad braucht ca. 180 Liter Wasser, beim Duschen kommen Sie mit 60 Liter aus. Das Schaumbad ist also ein Luxus, den Sie sich nur zu besonderen Anlässen gönnen sollten.
  • Drehen Sie das Wasser beim Einseifen ab.
  • Verwenden Sie zum Zähne putzen einen Zahnputzbecher und nicht den laufenden Wasserhahn.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse in einer Schüssel und nicht unter dem laufenden Wasserhahn. Das Wasser können Sie anschließend zum Blumen gießen verwenden.
  • Kochen Sie nur so viel Teewasser, wie Sie tatsächlich benötigen.
  • Gönnen Sie sich den Luxus, den wir uns in Österreich leisten können: Trinken Sie Leitungswasser statt Mineralwasser.
  • Kochen Sie im Dampfgarer, schmeckt das Essen besser, weil mehr Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben. Und Sie reduzieren Ihren Wasserverbrauch.
  • Wenn Sie das Geschirr mit der Hand spülen, verbrauchen Sie ungefähr doppelt so viel Wasser, wie der Geschirrspüler.  Das Abspülen des Geschirrs bevor Sie es in die Spülmaschine geben, verbraucht unnötig Wasser.
  • Schalten Sie die Waschmaschine und den Geschirrspüler erst ein, wenn sie voll sind. Energieeffiziente Geräte sparen nicht nur Geld sondern haben auch Sparprogramme, die weniger Wasser verbrauchen.
  • Auf der Toilette reduziert die Sparspültaste den Wasserverbrauch.
  • Verzichten Sie auf Duftsteine und andere chemische Produkte, die das Wasser verunreinigen.
  • Das Waschen von Autos im öffentlichen Raum ist verboten. Auf dem Privatgrundstück ist es nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. In jedem Fall ist das Autowaschen in der Waschanlage umweltfreundlicher.
  • Dampfreiniger sind nicht immer die bessere Option und brauchen deutlich mehr Wasser als herkömmliche Putzmethoden.

8 Wasserspar-Tipps für den Garten

  • Trockenheitsverträgliche und an den Standort angepasste Stauden und Sträucher kommen oft ohne Gießen aus.
  • Gießen Sie mit einer Tröpfchenbewässerung statt dem Wassersprenger. So gießen Sie dort, wo das Wasser gebraucht wird und brauchen viel weniger Wasser zum Gießen.
  • Mulchen hält den Boden feucht und Sie brauchen weniger gießen.
  • Gießen Sie nicht tagsüber – die Sonne kann Ihre Pflanzen verbrennen und es verdunstet zu viel Wasser.
  • Sammeln Sie Regenwasser und verwenden Sie dieses zum Gießen oder zum Befüllen von Biotopen.
  • Wenn Sie Ihre Pflanzen weniger, dafür länger gießen, bilden diese mehr bzw. tiefere Wurzeln aus und können sich besser selbst mit Wasser versorgen. Erhöhen Sie daher die Gießabstände.
  • Ein Naturteich braucht viel weniger Wasser als ein Pool und kommt ohne Chemie aus. Außerdem ist er ein Paradies für Tiere
  • Eine Kräuterwiese mit Löwenzahn, Gänseblümchen und vielen anderen Kräutern braucht weniger Wasser als der englische Rasen. Außerdem macht sie deutlich weniger Arbeit und ist gut für Insekten.

Reduzieren Sie ihren Virtuellen Wasserfußabdruck

  • 75 % Ihres Wasserfußabdrucks ist auf die Produktion von Lebensmitteln zurückzuführen. Kaufen Sie diese daher regional und saisonal ein. Für die Produktion wird hier wesentlich weniger Wasser verbraucht. Beim Kauf österreichischen Rindfleisches reduzieren sie Ihren Wasserverbrauch um 50 % gegenüber importiertem Fleisch. Verschwenden Sie keine Lebensmittel.
  • Vermeiden Sie den Kauf von Produkten aus Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben.
  • Vor allem für Mode ist der Wasserverbrauch hoch bzw. entsteht viel graues Wasser. Wählen Sie daher nachhaltig produzierte Kleidungsstücke und tragen Sie diese länger. Reduzieren Sie Ihren Modekonsum.
  • Die Produktion eines Autos benötigt 400.000 Liter virtuelles Wasser. Der Computer kommt mit 20.000 Liter aus. Verwenden Sie Produkte des täglichen Gebrauchs möglichst lange bevor Sie diese ersetzen.
  • Sparen Sie im Hotel Wasser, indem Sie die Handtücher öfter benutzen.
  • Sie fahren im Urlaub ans Meer? Dann genießen Sie den Strand und das Meerwasser statt des wasserverschwendenden Pools.
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Wenn Sie sich bewusst machen, dass jedes Produkt, das Sie konsumieren seinen eigenen virtuellen Wasserfußabdruck hat, werden Sie noch viele Möglichkeiten finden, diesen zu reduzieren. Gemeinsam gelingt es uns, die wertvolle Ressource Wasser zu erhalten. 

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