Kreisel Electric GmbH

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So leben wir morgen
05/14/2016

Batterie-Brüder

Revolutionäre Entwicklung für Elektroautos. MICHAEL HOROWITZ über Wunderbatterien aus dem Mühlviertel und warum Milliardär Elon Musk in seiner Fabrik schläft.

von Michael Horowitz

Im Gemeindewappen von Rainbach sieht man ein goldenes Rad. Als Symbol für die Pferde-Eisenbahn, die hier im 19. Jahrhundert verkehrte. Mobilität war im Mühlviertler Ort mit weniger als 3.000 Einwohnern schon immer ein wichtiger Faktor. Und wird es auch in Zukunft bleiben. Mit einem einzigartigen Start-up. Dank dreier Brüder, die Tesla-Elektroauto-Gründer Elon Musk das Fürchten lehren wollen. Markus, Philipp und Johann Kreisel sind dabei, die Elektromobilität zu revolutionieren. Aus dem Hobby, Antriebssysteme für Elektrofahrzeuge zu entwickeln, wurde 43 Kilometer nördlich von Linz ein international viel beachtetes Technologie-Zentrum.

Noch vor vier Jahren bauten die Brüder in ihrer Garage einen Audi A2 in ein Elektroauto um – jetzt investieren sie zehn Millionen in eine vollautomatisierte Fabrik, die bereits im nächsten Jahr Hochleistungsbatterien – Wunderakkus mit extrem großer Reichweite – erzeugen wird.

Die Batterie-Brüder aus dem Mühlviertel haben im vergangenen Jahr für die Entwicklung modernster Laser-Technik beim Batterie-Assembling mit kleinen Rundzellen, aus denen Batteriepakete entstehen, den Energie Award gewonnen. Durch den Laser-Einsatz werden ihre Batterien leichter und kleiner, die Ladezeiten verkürzt und die Kapazität wesentlich erhöht. Bei Testfahrten mit einem VW Golf nach dem Einbau eines Kreisel-Batteriepacks verbesserte sich die Reichweite des Elektroautos von 190 auf unglaubliche 430 Kilometer – also mehr als das Doppelte. In Zukunft sollen Batterien auch wesentlich schneller aufgeladen werden: Die drei Brüder arbeiten an Ladestationen mit 200 Kilowatt Ladeleistung, in nur 18 Minuten sind dann Batterien wieder voll. Der Supercharger von Tesla benötigt nach Angaben des Unternehmens immerhin 30 Minuten, um die Batterie für eine Laufleistung von 270 Kilometer aufzuladen.

Schon heute sind die Kreisel-Brothers auf ein anderes Prestige-Objekt stolz. Nachdem sie einen Mercedes Sprinter und einen Skoda Yeti auf E-Betrieb umgerüstet hatten, erfüllten sie sich ihren Traum: Einen Elektro-Porsche-Panamera. Ausgestattet mit selbst entwickelten Batterien. Und 450 Kilometer Reichweite – die zwar auch der Tesla Model S erreicht. Aber der Porsche erreicht 300 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das schafft der Tesla bei Weitem nicht. Der Kreisel-Porsche bringt 360 kW Motorleistung auf die Straße, dies entspricht 491 PS – über 70 mehr, als der kraftstoffbetriebene Panamera. Mit 770 Newtonmetern liegt das maximale Drehmoment sogar 250 Newtonmeter über dem des Serienautos aus Stuttgart.

Details, die Tesla-Gründer Elon Musk beunruhigen sollten. Schließlich will er – obwohl sich im vergangenen ersten Quartal die Verluste fast verdoppelten – bis 2018 statt wie derzeit 50.000 pro Jahr 500.000 Elektroautos bauen. Um dieses ehrgeizige Ziel, trotz aller Konkurrenz – auch aus dem Mühlviertel – zu erreichen, zieht der Milliardär jetzt in seine Fabrik. Damit er die Produktion immer selbst überwachen kann. Mein Schreibtisch steht am Ende des Fließbandes, berichtete Musk vor wenigen Tagen, ich habe einen Schlafsack in einem Konferenzraum daneben, den ich häufig nutze…

Im Mühlviertel will das Kreisel-Trio Tesla-Chef Musk das Fürchten lehren. Das neue Werk (r. o.) wird 2017 fertig


Soeben erschienen:
Michael Horowitz
DIE WELT VON MORGEN
60 Visionen für ein besseres Leben
METROVERLAG 19,90 €


michael.horowitz@kurier.at

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