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Leben
06/27/2018

Zu freizügig gekleidet? Ermittlungen gegen saudische Moderatorin

Der TV-Bericht, in dem Reporterin Shirin al-Rifai über das Ende des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien berichtete, sorgt für Empörung.

Weil sie bei einem TV-Auftritt angeblich zu freizügig gekleidet war, hat die saudische Rundfunkbehörde Ermittlungen gegen eine Fernsehmoderatorin eingeleitet. Die Untersuchung gegen Shirin al-Rifai gehe weiter, auch wenn sie das Königreich mittlerweile verlassen habe, teilte die Rundfunkbehörde am Mittwoch mit.

Die Moderatorin arbeitet für den Kanal Al-Aan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hatte über das Ende des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien am Sonntag berichtet. Ein Internetvideo zeigt sie mit einem losen Kopftuch und einem langen Überwurf, einer Abaya, in Weiß, unter der die Kleidung darunter deutlich zu erkennen ist. Einige Male ist auch ein kleiner Teil ihres nackten Bauches zu sehen.

"Eine Nackte fährt in Riad"

Der Auftritt löste in den sozialen Medien des Landes Empörung aus. Auf Twitter verbreitete sich der Hashtag "Eine Nackte fährt in Riad". Im islamisch-konservativen Saudi-Arabien gelten für Frauen strenge Kleidungsvorschriften. Die meistens schwarze Abaya soll die Form des Körpers und die Kleidung, das Kopftuch soll die Haare verdecken.

Al-Rifai wies die Anschuldigungen in einem Interview zurück. Sie sei anständig in einer Abaja gekleidet gewesen, sagte sie der saudischen Nachrichtenseite Ajel. "Gott wird die Wahrheit dessen, was über mich gesagt wird, enthüllen", erklärte sie.

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