Was Frauen täglich machen, um sich vor Übergriffen zu schützen

(Symbolbild)
Eine Liste an Sicherheitsvorkehrungen verbreitet sich derzeit viral im Internet.

Über kaum ein Thema wurde im vergangenen Jahr so hitzig diskutiert wie über #Metoo. Unter dem Hashtag berichteten vor allem Frauen - aber auch Männer - über das, was sie erlebt haben von blöden Sprüchen und Grapschern über Machtmissbrauch bis hin zur jahrelanger Gewalt. Wie eine Auswertung des dpa-Monitoringdienstes Buzzrank ergab, wurde der Hashtag bislang weltweit mehr als 18 Millionen Mal getwittert. Eine im Jahr 2014 veröffentlichte Erhebung der Grundrechtsagentur der Europäischen Union (FRA) ergab, dass jede dritte Frau seit ihrer Jugend in der EU körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt hat.

Kein Wunder also, dass Frauen oftmals vorsichtiger sind als Männer und in ihrem Alltag Vorkehrungen treffen, um sich zu schützen. Ein Umstand, der Männern häufig nicht bewusst ist.

Der US-amerikanische Filmemacher, Autor und Pädagoge Jackson Katz beschreibt in seinem Buch "The Macho Paradox: Why Some Men Hurt Women And How All Men Can Help" wie weit die Lebensrealität von Männern und Frauen in diesem Punkt auseinanderklafft. Er berichtet, dass er mehreren Gruppen aus Männern und Frauen die Frage gestellt hat, was sie täglich tun, um sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen. "Zuerst gibt es eine merkwürdige Stille, während die Männer versuchen herauszufinden, ob es sich um eine Scherzfrage handelt. Die Stille mündet in ein nervöses Gelächter. Gelegentlich hebt ein junger Mann die Hand und sagt: 'Ich halte mich vom Gefängnis fern.' Typischerweise folgt darauf erneut Gelächter, bis jemand sagt: 'Nichts. Ich denke nicht darüber nach.'"

Unzählige Antworten von Frauen

Bei den Frauen sieht das anders aus. "Die Frauen im Publikum beginnen sofort ihre Hände zu heben. Während die Männer schweigend und verblüfft dasitzen, zählen die Frauen Sicherheitsvorkehrungen auf, die Teil ihres Alltags sind." Diese lauten unter anderem: "Meine Schlüssel als potenzielle Waffe bereithalten. Einen Blick auf den Rücksitz eines Autos werfen, bevor ich einsteige. Immer ein Telefon bei mir haben. In der Nacht nicht joggen gehen. Alle Fenster verschließen, wenn ich schlafe, auch in heißen Sommernächten. Aufpassen, dass ich nicht zu viel trinke. Mein Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen lassen." Auf der Liste finden sich noch unzählige weitere Antworten dieser Art.

Auf Facebook hat nun eine Frau namens Drew McKenna einen Auszug der Liste veröffentlicht und dazu geschrieben: "Männer fragen Frauen, warum sie so genervt und wütend sind. Diese Liste zeigt, warum."

Vielen Frauen scheinen die Vorkehrungen auf der Liste bekannt vorzukommen: Mittlerweile wurde das Posting über 500.000 Mal geteilt.

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