Leben
05.09.2018

Warum in den USA Nike-Schuhe brennen

Wütende US-Amerikaner lassen ihre Nike-Sneaker in Flammen aufgehen. Grund ist das Testimonial einer neuen Werbekampagne der Marke.

Flammen und Rauch fressen sich durch den weißen Stoff, der schwarze Nike-Schriftzug ist kaum mehr zu erkennen: Es sind Bilder wie diese, die derzeit auf Social Media kursieren. Ins Netz gestellt werden diese von wütenden Kunden, die damit ihren Protest gegen den Sportartikelhersteller Nike zum Ausdruck bringen.

Neue Werbekampagne

Auslöser für die Zurschaustellung der in Brand gesetzten Sneaker ist eine neue Werbekampagne des Konzerns. Promotet wird damit ein besonderer Anlass: Der weltbekannte Marken-Slogan "Just do it" feiert Jubiläum. Prominente Testimonials der Kampagne sind Tennisspielerin Serena Williams, Basketballer LeBron James und Colin Kaepernick, ehemaliger Quarterback der San Francisco 49ers. Kaepernick, der zuletzt 2016 in der amerikanischen Profiliga NFL spielte und aktuell bei keiner Mannschaft unter Vertrag steht, postete ein Bild seines Werbesujets auf Instagram. Das Foto zeigt eine Nahaufnahme von Kaepernicks Gesicht mit dem Werbeschriftzug: "Glaube an etwas, auch wenn das heißen sollte, alles andere zu opfern."

Quarterback-Proteste

Bei einigen – vorwiegend konservativen, trumpaffinen Bürgern – ruft das Unmut hervor. Colin Kaepernick steht bei Trump wie Trump-Anhängern nämlich keinesfalls hoch im Kurs. Denn er führte vor rund zwei Jahren die Quarterback-Proteste in den USA an. Damals machten sich Spieler der NFL gegen Polizeigewalt gegen Schwarze stark und knieten sich während der Hymne im Stadion demonstrativ hin, anstatt stehend mitzusingen. Vor laufenden Kameras bezeichnete Trump die Spieler damals als unamerikanisch und unpatriotisch – und wörtlich als "Hurensöhne".

Nike hat bereits zu den Protesten Stellung genommen und sich demonstrativ hinter Keapernick gestellt: "Wir glauben, Colin ist einer der inspirierendsten Sportler seiner Generation, der die Plattform Sport dazu nutzte, um die Welt zu verbessern", sagte Gino Fisanotti, der nordamerikanische Markenvizepräsident für Nike, dem Sender ESPN.

Zielscheibe: Sneaker

Die Aktionen erinnern auch aus einem anderen Grund an das Jahr 2016: Damals zündeten enttäuschte US-Wähler nach dem Wahlsieg von Donald Trump Sneaker der Marke New Balance an. Der Hintergrund: Der Sportartikelhersteller stellte sich nach der Verkündung des Wahlergebnisses öffentlich hinter Sieger Trump (mehr dazu hier).