Leben
29.05.2018

"This is WRONG": Lehrerin korrigiert Brief von Trump

Eine pensionierte Lehrerin erhielt einen Brief aus dem Weißen Haus – und ließ es sich nicht nehmen, diesen zu verbessern.

Ein Brief mit Donald Trumps markanter Unterschrift, auf offiziellem Briefpapier des Weißen Hauses gedruckt – und mit unzähligen Korrekturhinweisen, unter anderem "OMG this is WRONG!": Dieses Bild sorgt derzeit international für Schlagzeilen.

Bei dem Brief handelt es sich um ein Schreiben, das am 3. Mai an Yvonne Mason, eine 61-jährige, pensionierte High-School-Englischlehrerin geschickt wurde. Obwohl sie bereits seit vergangenem Jahr im Ruhestand ist, komme sie aus dem "Text-Verbesserungs-Modus" nicht so recht heraus, wie Mason der New York Times verriet. Als sie den Brief erhielt, konnte sie nicht anders, als ihren violetten Marker herauszuholen, um den Text zu korrigieren. Nachdem sie den Brief verbessert hatte, schoss sie ein Bild davon, postete dieses auf Facebook und schickte den Brief zurück ans Weiße Haus.

"Schwach geschrieben"

"Es war ein schwach geschriebenes Schreiben", sagte sie der New York Times. Das sei für sie nicht akzeptabel. "Wenn jemand in der Lage ist, es besser zu machen, dann sollte er es besser machen", sagte Mason.

Mason, eine Wählerin der Demokratischen Partei, lebt in Atlanta und hatte sich schriftlich an Trump gewandt, um ihn aufzufordern, jede Familie, die bei dem Amoklauf in Parkland im US-Bundesstaat Florida im Februar ein Kind verloren hatte, zu besuchen. Am diesjährigen Valentinstag schoss der 19-jährige Nikolas Cruz in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida mit einem Schnellfeuergewehr um sich. Neben 17 Toten gab es 17 Verletzte.

"Ich war der Meinung, dass er das den trauernden Familien schuldet", so Mason. In dem Brief, den die US-Amerikanerin schließlich als Antwort erhielt, ging man nicht auf ihre Forderung ein. Stattdessen wurden eine Reihe von Maßnahmen aufgelistet, die Präsident Trump nach dem Amoklauf veranlasst hätte.

In diesen Passagen sei der Text sehr vage gewesen, kritisiert Mason. In einem Satz sei etwa von einer "Regel" ("rule") die Rede gewesen, die legale Waffen in illegale Maschinengewehre umwandelt. "Erkläre 'Regel'", kommentierte die Seniorin den Absatz.

Eingekringelt wurden auch die groß geschriebenen Wörter "Nation" und "States". Dabei handelt es sich allerdings um eine für offizielle Schreiben übliche Schreibweise, wie aus einer Formatvorlage des Weißen Hauses hervorgeht.

Das Weiße Haus hat bisher nicht auf das Posting und die Korrektur des Briefes reagiert.

Mason merkte im Gespräch mit der New York Times jedenfalls an, dass Trumps Brief im Kontrast zu jenen Briefen stehe, die sie von anderen Politikern erhalten habe.

"Werde meine Denkweise nicht ändern"

Auf Social Media wurde die Pensionistin für ihre Aktion gefeiert und angefeindet. Ein Anwalt erkundigte sich, ob sie interessiert sei, seine Berufungsbegründungsschriften zu korrigieren. Ein anderer User beschimpfte sie als "verbitterte Hexe".

Von den Beschimpfungen und Negativkommentaren zeigt sich Mason unbeeindruckt: "Lasst sie Spaß daran haben, Gott segne ihre kleinen Herzen. Sie werden meine Denkweise nicht ändern."