Leben
27.03.2017

Einmal die Nase von Ivanka, bitte!

Die Tochter des Präsidenten avanciert zur Beauty-Ikone – zumindest in China und den USA.

In der Genlotterie hat Ivanka Trump den Jackpot geknackt – sind doch die optischen Gemeinsamkeiten mit Vater Donald auf den ersten Blick recht überschaubar. Die 35-jährige Präsidententochter kommt eindeutig nach ihrer Mutter, dem tschechischen Ex-Model Ivana: blonde Haare, lange Beine, große Augen, ein eleganter Schwanenhals und eine zarte Stupsnase (die vor ein paar Jahren noch nicht ganz so zart war – aber dazu später).

Teure Transformation

Diese Attribute machen Ivanka Trump zu einem begehrten Vorbild für Schönheitsoperationen, berichteten Mediziner jüngst. "In meiner Praxis ist Ivanka quasi die neue Stilikone der plastischen Chirurgie", zitiert USA Today den Chirurgen Franklin Rose – eine seiner Patientinnen habe im vergangenen Jahr sogar eine sechsstündige Operation über sich ergehen lassen, um Näschen, Brüste und Po auf Ivanka-Style zu trimmen. Bis zu 60.000 US-Dollar sei so mancher Amerikanerin die Umwandlung wert.

Nicht einmal politische Differenzen können den Hype bremsen: In China hat sich ein Kosmetikunternehmen sogar komplett auf Ivanka-Transformationen spezialisiert. "Junge Frauen hier wollen ihre großen Augen, ihre hübsche Nase und ihre makellose Figur", sagte ein Sprecher der "Foshan Yiwanka (= Ivanka) Medical Management Company" zur Washington Post.

Trend zur Rundung

In Österreich ist die optische Trumpisierung (noch) nicht gewünscht, heißt es auf Nachfrage bei den ästhetischen Chirurgen Hajnal Kiprov und Ali Saalabian. "Es dauert immer, bis diese Trends zu uns kommen", sagt Saalabian. Im Kuzbari Zentrum, wo er als Experte für Körperformung tätig ist, wünschen sich vor allem junge Frauen häufig eine Sanduhrfigur wie die von Social-Media-Star Kylie Jenner (hauptsächlich bekannt als Kim Kardashians Halbschwester).

"Patientinnen Anfang 20 zeigen mir auf ihrem Handy Instagram-Fotos und sagen 'So würde ich gerne ausschauen'", berichtet der Arzt. Für die "Hourglass Shape" wird Fett an der Taille abgesaugt und an den Po oder die Brust verlagert. "Früher wurde nur die Brust vergrößert, heute steht die gesamte Körperform im Fokus. Schöne weibliche Kurven sind momentan der größte Trend."

Bei Lippen und Nase wird Schauspielerin Scarlett Johansson oft als Vorbild genannt. Patientinnen von Hajnal Kiprov wünschen sich die Wangenpartie von Kim Kardashian und Lippen von – nona – Angelina Jolie. "Früher ist niemand mit Bildern von Stars gekommen und wollte so aussehen, da die Resultate nach Eingriffen oft abschreckend waren", berichtet Kiprov. Heute drehe sich im Gesicht alles um die Erhaltung der natürlichen Schönheit, meist in Verbindung mit nicht-invasiven Eingriffen, also ohne Skalpell. In einem Punkt sind sich die Chirurgen einig: Operiert wird nur, was sich harmonisch ins Gesamtbild fügt. Saalabian: "Manche sind so fixiert auf einen Körperteil, dass sie alles andere ausblenden. Wenn die Nase nicht zum Gesicht passt, muss man der Patientin als Arzt abraten. Am wichtigsten ist Natürlichkeit."

"Mommy Makeover"

Auch Ivanka Trump hat minimalinvasive Eingriffe hinter sich, ist Hajnal Kiprov überzeugt. "Sie hat eine wunderschöne Hauttextur und ein jugendliches Gesicht." In diesem ist nicht alles so alt wie die First Daughter selbst, meint Ali Saalabian. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich die Nase hat machen lassen", sagt er. "Ihre Stupsnase entspricht total dem Schönheitsideal der Amerikaner – ein bisschen zu klein fürs Gesicht, ein bisschen zu künstlich, eigentlich nicht ganz ideal." Die "auffallend hohen Wangenknochen" wurden wahrscheinlich mit Hyaluronsäure nachbehandelt, mutmaßt der plastische Chirurg. Und nach ihren drei Schwangerschaften habe sich die Ehefrau von Jared Kushner wohl einem "Mommy Makeover" inklusive Bruststraffung und Fettabsaugung unterzogen.

Immer wieder dienten die Damen im Weißen Haus als Stilvorbilder: Jackie Kennedy schuf mit ihrem Bouffant eine der ikonischsten Frisuren des 20. Jahrhunderts, Michelle Obama animierte Millionen Frauen zum Oberarm-Training. "First Ladys sind klassische Rolemodels", sagt Ali Saalabian. "Was sie haben, will die Masse auch. Doch diese Trends sind kurzlebig." Denn spätestens in acht Jahren bezieht eine neue First Lady das Weiße Haus – und mit ihr vielleicht eine neue First Daughter.