Leben
21.09.2017

Warum sich das Netz über Melania Trumps UN-Rede amüsiert

Melania Trump sprach in ihrer Rede im Rahmen der UN-Vollversammlung über Mobbing. Im Netz weisen viele die First Lady nun darauf hin, dass ihr Ehemann selbst ein Meister der böswilligen Schikane ist.

Im neonpinken Ballonärmel-Kleid und farblich abgestimmten High Heels empfing Melania Trump am Mittwoch die Ehepartner der nach New York gereisten Regierungschefs zu einem Mittagessen. Und wie es sich für eine Präsidenten-Gattin gehört, hielt Melania Trump im Zuge des Lunchs eine Ansprache.

"Kein Kind sollte sich jemals hungrig, belästigt, verängstigt, terrorisiert, tyrannisiert oder isoliert fühlen", sagte sie unter anderem in ihrer sieben Minuten langen Rede, in der sie sich für einen verstärkten Schutz von Kindern gegen Mobbing-Attacken auf sozialen Netzwerken aussprach.

"Bitte lesen Sie Ihre Rede Ihrem Ehemann vor"

Nachdem die First Lady ihre Pflicht erfüllt und die Öffentlichkeit Wind vom Inhalt ihrer Rede bekommen hatte, hagelte es auf Twitter kritische Beiträge. In den Postings weisen die User Melania Trump darauf hin, dass ihr Ehemann Donald Trump selbst oft genug andere Menschen belästigt oder beleidigt hätte.

Trumps Verbalentgleisungen

US-Präsident Trump hat sich in der Vergangenheit tatsächlich bereits einige verbale Entgleisungen geleistet. So bezeichnete er während des Wahlkampfes Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush als "energielosen Schlappschwanz", den Senator von Texas, Ted Cruz, als "Lügen-Ted" und Marco Rubio als "Little Marco" oder "schwitzenden Marco".

Gegenüber Frauen äußerte er sich zudem wiederholt abschätzig und sexistisch. Schon vor seiner Präsidentschaft war Trump immer wieder mit frauenverachtendem Verhalten und sexistischen Kommentaren aufgefallen. Vor allem eine Aufnahme aus dem Jahr 2005, die während des Wahlkampfes an die Öffentlichkeit gelangte, sorgte weltweit für erzürnte Reaktionen. In dieser hörte man Trump sagen: "Küss' sie einfach, warte einfach nicht… Fass ihnen an die Pussy… Wenn du ein Star bist, lassen sie dich alles machen."

Für große Empörung sorgte auch Trumps Auftritt in South Carolina im November des vergangenen Jahres: Damals äffte der republikanische Präsidentschaftskandidat auf offener Bühne einen unter Arthrogryposis (angeborene Gelenkversteifung) leidenden Journalisten nach. Als sich die Videobilder der Szenen verbreiteten, brach eine Welle der Entrüstung darüber los, dass Trump die Behinderung des Mannes lächerlich machte.

Auch seine ehemalige politische Kontrahentin Hillary Clinton blieb von seinen Beschimpfungen nicht verschont. Bei der letzten Präsidentschaftsdebatte nannte Trump Clinton beispielsweise eine "widerliche Frau".