Leben
27.04.2017

"Frauenverachtend": Melanias Sprecherin rechnet mit Medien ab

Melania Trump, die unglückliche Ehefrau? Ein Artikel der Vanity Fair konstatiert genau das. Die Sprecherin der First Lady lässt das nicht auf sich sitzen.

Viel wurde in den vergangenen Monaten über Melania Trumps Gefühlswelt gesprochen. Verhaltensexperten attestierten der First Lady Unbehagen, Trauer und Hilflosigkeit. Andere spekulierten über ihr Eheglück. Erst kürzlich titelte die Vanity Fair "Mitten drin in der Trump-Ehe: Melanias Bürde". Grund genug für Melania Trumps Sprecherin Stephanie Grisham sich mit einem deutlichen Statement zu Wort zu melden.

"Falsch" und "beleidigend"

Gegenüber der Huffington Post verurteilte Grisham den Artikel des Magazins, der online zu lesen ist und in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift erscheint, nun als "falsch". An der Realität schramme der Artikel meilenweit vorbei.

"Mrs. Trump ist eine liebevolle Ehefrau und Mutter, die ihre Familie immer an die erste Stelle stellt und das wird sich auch nicht ändern", sagte Grisham. Und weiter: "Sie ist eine eigenständiger Frau, die an unser Land glaubt und ihre Pläne als First Lady mit Integrität und Hingabe verfolgen wird."

Im Artikel der Vanity Fair wird der Fokus darauf gelegt, wie Melania Trump mit ihrer Rolle als First Lady und Präsidentengattin und den Medienberichten über ihre Person umgeht. Dabei wird ihr unter anderem unterstellt, dass die Ehe mit Donald Trump nicht für die Ewigkeit sei. Auch Sprecherin Stephanie Grisham selbst kommt im Text mehrmals zu Wort, auf Tenor und Titel hat das jedoch kaum Einfluss.

So bezweifelt das Blatt im Artikel beispielsweise, dass Melania Trump jemals zu ihrem Mann ins Weiße Haus ziehen werde. Offiziellen Angaben zufolge wird die 47-Jährige aus Rücksicht auf Sohn Barron erst nach dem Ende des aktuellen Schuljahres den Umzug in die Wege leiten. Die Vanity Fair weist jedoch darauf hin, dass noch nicht bekannt gegeben wurde, welche Schule Barron in Washington besuchen wird – offenbar ein Indiz, dass die First Lady ihren Wohnsitz in New York niemals aufgeben werde. Im Interview mit der Huffington Post betont Grisham aber: "Die Trumps sehen sich derzeit noch verschiedenen Schulen an."

Anonyme Quellen und Spekulation

Auch Melania Trumps Schwangerschaft wird von der Frauenzeitschrift unter die Lupe genommen. Und so wird unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle berichtet, dass Trump sich nur unter der Bedingung, dass seine Frau "ihren Körper zurückbekommt", auf das fünfte Kind eingelassen habe. Trump hatte zum damaligen Zeitpunkt bereits vier Kinder: Donald Jr, Eric und Ivanka aus der Ehe mit Ivana Trump und Tochter Tiffany aus der Ehe mit Marla Maples. Sprecherin Grisham weist auch diese Aussage dezidiert zurück – Trump sei während der gesamten Schwangerschaft "sehr warmherzig und unterstützend gewesen."

Auf die Textpassage des Artikels, die sich auf Melania Trumps angeblichem Desinteresse an der Rolle als First Lady bezieht, kontert sie mit den Worten: "Mrs. Trump hat die Pläne ihres Mannes stets unterstützt."

Und das von der Vanity Fair proklamierte "eisige Verhältnis" mit Trumps Tochter Ivanka? Stimmt nicht, sagt Grisham: Melania und Ivanka hätten "immer und bis heute eine enge Beziehung".

Im Gespräch mit der Huffington Post bezeichnet Grisham die Publikation in Summe als "beleidigend": "Vanity Fair hat sich nicht nur entschieden eine unwahre Geschichte zu veröffentlichen, sondern auch eine Geschichte, die frauenverachtend ist. Wenn man bedenkt, dass das Magazin auf Frauen zugeschnitten ist, ist es noch beleidigender", so Grisham.

Bevormundung einer First Lady

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gattin des neues US-Präsidenten, der unumstritten eine Vorliebe fürs Polarisieren hat, in diesem Kontext portraitiert wird. In der Regel wird dieser Zugang von Medien als Berichterstattung über eine Person öffentlichen Interesses gerechtfertigt. Doch es gibt auch andere Stimmen. So wird den verantwortlichen Medien unter anderem vorgeworfen, Melania Trump öffentlich zu bevormunden und ihr die Fähigkeit, eigenständige Entscheidungen zu treffen, abzuerkennen.