Leben
05.10.2018

Fall Kavanaugh: Lehrerin zeigt Kindern, was Einverständnis bedeutet

Eine Lehrerin hat in den USA die Missbrauchsvorwürfe gegen Kavanaugh zum Anlass genommen, ihre Schüler aufzuklären.

Als Reaktion auf die durch #MeToo angestoßene Debatte über sexualisierte Gewalt und die aktuellen Missbrauchsvorwürfe gegen Supreme-Court-Anwärter Brett Kavanaugh hat eine US-amerikanische Volksschullehrerin ihre Schüler über das Thema Einverständnis aufgeklärt.

Wie die Huffington Post berichtet, unterrichtet Liz Kleinrock derzeit Drittklässler an der Citizens of the World Charter School Silver Lake in Los Angeles. Vergangene Woche postete sie ein Bild auf Instagram, auf dem ein Plakat abgebildet war. Thematisiert werden darauf wichtige Aspekte zum Thema Zustimmung und Einverständnis. So wird etwa erklärt, was Einverständnis bedeutet, wie sich Zustimmung in der Regel ausdrückt und wann es wichtig ist, das Einverständnis einer anderen Person unbedingt einzuholen.

Grundlegende Fähigkeiten

Im Posting zum Bild erklärte Kleinrock, dass die Unterrichtseinheit von der Debatte rund um die Missbrauchsvorwürfe gegen Kavanaugh, die von der Psychologie-Professorin Christina Blasey Ford gegen ihn vorgebracht wurden, inspiriert wurde. "Wenn ich Vorgänge in der Gesellschaft, die sich spiralförmig nach unten entwickeln – wie etwa die derzeitigen politischen Entwicklungen -, betrachte, tendiere ich dazu darüber nachzudenken, welche Art von grundlegenden Fähigkeiten früher eingesetzt werden sollten, um diese Dinge zu verhindern", schilderte sie im Interview mit der Huffington Post.

Anknüpfend an das Plakat erhielten die Schüler von ihr die Aufgabe, einen Essay über Einverständnis zu schreiben und an einem Rollenspiel zum Thema teilzunehmen. Dabei wurden die Kinder gefragt, ob sie umarmt werden wollen. Kleinrock zufolge haben ihnen diese Übung anschaulich vermittelt, was Einverständnis bedeutet.

Grenzen respektieren

Aufgrund des Alters der Kinder habe sie davon abgesehen, Einverständnis konkret im Kontext von Sexualität beziehungsweise sexuellen Übergriffen zu diskutieren. Dennoch habe sie Kritik erhalten, weil manche Eltern die Auseinandersetzung mit dem Thema als unpassend empfunden hätten. "Wegen dem Zusammenhang von Einverständnis und Sex tun sich viele Leute damit schwer. Aber es kam mir nie in den Sinn, mit meiner Klasse über Sex zu sprechen. Meine Schüler sind acht und neu Jahre alt. Es geht darum, räumliche und physische Grenzen zu respektieren und miteinander zu interagieren."