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Leben
09/18/2016

Bilder: Wie eine Frau ihre Depression besiegte

Jonna Roslund leidet an Depressionen. Auf Imgur veröffentlichte die junge Schwedin Bilder, die symbolisch für ihren erfolgreichen Kampf gegen die Erkrankung stehen.

Die 26-jährige Jonna Roslund teilte Anfang September zwei Bilder auf Imgur. Der Titel ihres Postings wirkt zunächst verwirrend. "Ich 1 - Depression 0", schrieb die junge Frau und teilte ein Foto ihres zugemüllten und verwüsteten Zimmers.

Das Foto kommentierte sie mit dem Worten: "Ich leide an schweren Depressionen und das Putzen und andere Haushaltsarbeiten fallen mir manchmal wirklich schwer." Ihr Zimmer sehe bereits seit Monaten so aus, da sie sich nicht dazu aufraffen könne es aufzuräumen. "Aber an diesem Freitag habe ich mich endlich entschieden, es zu tun!", lautet der letzte Satz ihres bewegenden Bekenntnisses.

Me 1 - Depression 0!

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ...

Auf das Bild des chaotisch anmutenden Raumes folgt eine Aufnahme des Zimmers im perfekt aufgeräumten Zustand. Sogar das Bett ist gemacht. "Jetzt kann man endlich sehen, dass ich einen Boden habe", schreibt Roslund mit einem Augenzwinkern. Sie wisse, dass dies für viele kein großer Erfolg sei, doch für sie würde es alles bedeuten. "Ich bin gerade so sehr im Reinen mit mir selbst. Ich wollte das mit euch teilen!"

350 Millionen Betroffene weltweit

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit über 350 Millionen Menschen verschiedenster Altersgruppen von Depressionen betroffen. In Österreich leiden um die 800.000 Menschen an depressiven Erkrankungen. Jede vierte Frau und jeder zehnte Mann ist einmal im Leben davon betroffen. Das geht aus der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014 hervor, die in Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Gesundheit und Statistik Austria durchgeführt wurde. Einer Prognose der WHO zufolge werden Depressionen in den kommenden 15 Jahren zur Volkskrankheit und damit zur häufigsten Erkrankung nach Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen werden.

Obwohl es mittlerweile zahlreiche, effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt, können nur weniger als die Hälfte der weltweit betroffenen Menschen diese in Anspruch nehmen. In vielen Ländern liegt die Behandlungsrate gar bei unter zehn Prozent. Die Gründe dafür liegen laut WHO vor allem in individuellen und nationalen Ressourcenmängeln, dem eingeschränkten Zugang zu medizinischen Dienstleistungen und den sozialen Stigmata, die mit psychischen Erkrankungen in Verbindung stehen.

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