Einer der ORF1-Problemfälle: Die Late-Night "Gute Nacht Österreich" läuft nicht wirlich beim Publikum

© ORF/Roman Zach-Kiesling

Kultur Medien
12/01/2020

„Wir sind Kaiser*in“ schiebt "Gute Nacht Österreich" zur Seite

ORF1-Channel-Managerin will nach Staffel 2 über Zukunft der Late-Night reden. TV-Quoten "hinter Erwartungen". Verlegung auf Freitag

von Christoph Silber

Der ORF hat abgeliefert. Die Berichterstattung über den Terror in Wien, zu Lockdown und US-Wahl sowie Fußball, Ski, Formel 1, Tennis, weiters Filme und – nicht zuletzt – die „Dancing Stars“ und die funkensprühende „Millionenshow“: Im November war der ORF stark wie schon lange nicht. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Bei den Älteren lag der Marktanteil der ORF-Gruppe bei 35 Prozent (November 2019: 30 Prozent); auch beim jungen Publikum gab es kräftige Zuwächse auf 26 Prozent – bemerkenswerterweise vor allem getrieben von ORF 2, das um 3,7 auf 13,7 zulegte. Weniger, aber immerhin angewachsen in der jungen Zielgruppe ist diesmal auch ORF1 (plus 0,7 auf 10,4 Prozent).

Da fällt auf, wer nicht zu den Quoten-Treibern gehört. Die Late-Night-Show „Gute Nacht Österreich“ mit Peter Klien, immerhin Publikumssieger des Österreichischen Kabarettpreises, kommt auch in der zweiten Saison nicht auf Touren. Ob da noch eine weitere folgt, darf angesichts des fehlenden Erfolgs des Konzepts bezweifelt werden. Für ein drittes Jahr fehlen jedenfalls bisher die Verträge. Zudem: Die „Science Busters“ stehen bereits ante portas, beginnen demnächst mit Aufzeichnungen und gehen, wie angekündigt, im ersten Quartal 2021 wieder auf Sendung.

Kaiser auf Klien-Stammplatz

Davor geht im Jänner ein besonderes Gastspiel über die Bühne: Robert Palfrader kehrt als Robert Heinrich I. zurück und hat, so heißt’s, in „Wir sind Kaiser*in“ seine liebe Not mit der holden Weiblichkeit. Die vorerst acht halbstündigen Folgen, die wie "Wir sind Kaiser" ebenfalls von Gebhardt Productions realisiert wurden, sollen ab 13. Jänner, am Klien-Stammplatz - mittwochs, 21.55 Uhr - laufen.

Und die Late-Night? Ein „Gute Nacht, Peter Klien“ kommt ORF1-Channel-Managerin Lisa Totzauer aber weiterhin nicht über die Lippen. „Wir sind sehr daran interessiert, die Marke Peter Klien im ORF weiterzuführen und gemeinsam, auf die Wünsche unseres Publikums maßgeschneidert, weiterzuentwickeln“, betont sie in einer schriftlichen Stellungnahme. Sie räumt aber ein: „Im kostenintensiven linearen TV sind wir jedoch hinter unseren Erwartungen geblieben und noch nicht so gut aufgestellt."

Künftig am Freitag

Deshalb, so Totzauer, werden „wir die verbleibenden Ausgaben im Jänner zunächst am unterhaltungs-affineren Sendeplatz am Freitag nach ,Was gibt es Neues?’ ausstrahlen und uns danach die Zeit nehmen, gemeinsam das Konzept weiterzuentwickeln, um die digitalen Stärken der Sendung und die linearen Bedürfnisse unseres Publikums zielgerichtet aufeinander abzustimmen.“

Totzauer sieht Kliens Zukunft nämlich in der geplanten Online-Plattform, den ORF-Player, denn „die nonlineare, digitale Nachnutzung von ,Gute Nacht Österreich' ist ... sehr zufriedenstellend – was vor allem in Hinblick auf den künftigen ORF-Player sehr vielversprechend ist." Das Problem dabei ist, die Plattform ist erst in Entwicklung; für originäre Produktionen nur für den Player als quasi digitale Vornutzung bedarf es erst noch gesetzlicher Änderungen - und dann auch noch eines entsprechenden Budget. „Kostenintensives" steht da wohl nicht ganz vorn auf der Wunschliste. 

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