Neue Horrorserie auf Netflix: "Spuk in Bly Manor" (ab 9. Oktober)

© Eike Schroter/Netflix

Kritik
10/09/2020

"Spuk in Bly Manor" auf Netflix: Gruseln für Geduldige

Nach dem „Hill House“ lässt Netflix nun in einem neuen Serien-Anwesen die Geister los.

von Nina Oberbucher

Es ist Oktober, Halloween steht vor der Tür und die Streamingdienste haben ihr Gruselprogramm ausgepackt. Bei Amazon Prime Video sind seit vergangener Woche die Untoten aus „The Walking Dead: World Beyond“ unterwegs, Sky schickt Ende des Monats die Horrorstory „Hausen“ auf Sendung und Netflix zeigt ab heute (Freitag) „Spuk in Bly Manor“ („The Haunting of Bly Manor“).

Die neue Serie stammt von Mike Flanagan („Absentia“, „Doctor Sleeps – Erwachen“), der vor zwei Jahren mit „Spuk in Hill House“ für den Streamingdienst bereits eine erfolgreiche Schauderproduktion abgeliefert hat. Für die Fortsetzung hat Flanagan wieder einen Teil der „Hill House“-Besetzung engagiert, allerdings in neuen Rollen und einer völlig anderen Story. Die beruht auf einer literarischen Vorlage, „Das Durchdrehen der Schraube“ von Henry James aus dem 19. Jahrhundert.

In der Serie zieht die junge Amerikanerin Dani Clayton (Victoria Pedretti, auch bekannt aus dem Netflix-Hit „You“) Ende der 80er nach London. Der scheinbar ebenso reiche wie arrogante Geschäftsmann Henry Wingrave (Henry Thomas) engagiert sie als Au-pair, um sich auf dem stattlichen Anwesen von Bly Manor um seinen Neffen und seine Nichte zu kümmern: Miles (Benjamin Evan Ainsworth) und Flora (Amelie Bea Smith).

Die beiden Kinder haben gleich mehrere Schicksalsschläge zu verkraften. Zunächst einmal den Unfalltod der Eltern. Und dann auch noch den tragischen Vorfall mit dem vorherigen Au-pair, das sich in einem See auf dem Grundstück ertränkt haben soll. Man ahnt bereits, dass Dani hier keine gute Zeit haben wird.

Tatsächlich häufen sich auf Bly seltsame Vorkommnisse. Da wären etwa die gruseligen Puppen, die das Mädchen im ganzen Haus verteilt. Die Schlammspuren auf der Stiege, für die niemand verantwortlich sein will. Und das merkwürdige Verhalten von Miles und Flora, die im Bruchteil einer Sekunde von zuckersüß auf beängstigend umschalten.

Aber auch Dani, von den Kindern nur Miss Clayton genannt, hat ihre eigenen Dämonen mitgebracht. Immer, wenn sie in einen Spiegel blickt, schaut eine schwarze Gestalt heraus, über die man im Laufe der Serie mehr erfährt. Bis dahin dauert es jedoch ein Weilchen. Und auch bis man sich das erste Mal so richtig erschreckt.

„Spuk in Bly Manor“ verzichtet weitgehend auf klassische Schockmomente, sondern versucht subtil Spannung aufzubauen. Da sieht man im Hintergrund mal eine Gestalt vorbeihuschen, ohne dass sofort etwas passiert. Stattdessen konzentriert sich die Serie in den ersten Folgen auf Rückblenden und die durchaus interessanten Geschichten der Protagonisten. Neben Au-pair Dani lernt man so auch die Bediensteten von Bly Manor näher kennen, etwa Haushälterin Hanna (T’Nia Miller) und Koch Owen (Rahul Kohli).

Zwischendurch vergisst man aber mitunter, dass man es hier mit einer Horrorserie zu tun hat. Aber, so steht’s auch im Presseheft, es soll sich ja eigentlich um eine Liebesgeschichte handeln. Was für all jene, die nicht die größten Horrorfans sind, ganz angenehm ist. Neun einstündige Folgen hätte man dafür aber vermutlich nicht gebraucht.

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