Eine Szene aus der Serie "Soulmates"

Können sie auch ohne Test glücklich sein? Nikki (Sarah Snook) und Franklin (Kingsley Ben-Adir) in der Sci-Fi-Serie "Soulmates" bei Amazon

© Jorge Alvarino/AMC

Kritik
02/12/2021

"Soulmates" bei Amazon: Liebesglück aus dem Labor

Futuristische Partnersuche: In "Soulmates" soll ein Test Seelenverwandte zusammenbringen.

von Nina Oberbucher

Sich testen zu lassen, wirkt dieser Tage nicht übermäßig aufregend. Das kitzelt vielleicht ein bisschen in der Nase, dafür darf man wieder zum Friseur. Ganz anders in der futuristischen Anthologie-Serie „Soulmates“, die seit dieser Woche bei Amazon Prime Video zu sehen ist. Hier geht es nicht um Corona – in der nahen Zukunft entdecken Wissenschaftler das sogenannte Seelenpartikel und wollen damit nichts Geringeres als Seelenverwandte ermitteln können. Die wahre Liebe also.

Doch das Leben derer, die den Test machen, entwickelt sich in „Soulmates“ (kreiert von „Black Mirror“-Autor Will Bridges und „SuperBob“ Brett Goldstein) nicht zwangsläufig zum besseren. 

Nikki (Sarah Snook) und Franklin (Kingsley Ben-Adir) zum Beispiel haben einander vor Jahren testfrei gefunden und eine Familie gegründet. Und kommen eines Tages ins Grübeln, als immer mehr per Wissenschaft verkuppelte, scheinbar grenzenlos glückliche Pärchen in ihrem Umfeld auftauchen. Sollten sie sich vielleicht auch testen lassen? Das Glück der anderen wirkt verlockend.

In jeder der sechs Episoden wird eine andere Geschichte erzählt: Was, wenn der Test missbraucht wird, für Rachefantasien oder aus Geldgier? Wenn der oder die Richtige bereits verstorben ist? Oder wenn man ausgerechnet mit einem Mörder gematcht wird?

Die Antworten sind traurig bis tragisch, manchmal auch komisch. "Soulmates" ist ein spannendes Gedankenexperiment, zu dem noch viele Fragen gestellt werden können. 

So wird trotz der über 20.000 Test-Kliniken weltweit nur am Rande angedeutet, wie das große Liebesglück funktionieren soll, wenn zwei Seelenverwandte nicht dieselbe Sprache sprechen und aus völlig unterschiedlichen Kulturen kommen. Auch, wie eine Beziehung mit der errechneten besseren Hälfte nach der anfänglichen Euphorie aussieht, wäre noch eine genauere Betrachtung wert.

Aber dafür wird es ja noch Gelegenheit geben: Eine zweite Staffel von "Soulmates" wurde bereits bestellt.

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