Beste Freundinnen: Tully (Katherine Heigl, links) und Kate (Sarah Chalke) in "Immer für dich da" (Firefly Lane") auf Netflix, die auf einem Buch von Kristin Hannah beruht

© COURTESY OF NETFLIX

Kritik
02/05/2021

Katherine Heigl und Sarah Chalke in "Immer für dich da": Überdosis Nullerjahre

Die neue Netflix-Serie erzählt von zwei ungleichen Freundinnen. Ein Update hätte dem Stoff nicht geschadet.

von Nina Oberbucher

Berührungsängste mit Seifenopern sollte man nicht haben, wenn man sich „Immer für dich da“ (im Original: „Firefly Lane“) ansieht.

Die zehnteilige Serie, die seit dieser Woche bei Netflix zu sehen ist, erzählt von zwei ungleichen Freundinnen: der draufgängerischen, selbstbewussten Tully (Katherine Heigl, „Grey’s Anatomy“) und der schüchternen, vernünftigen Kate (Sarah Chalke, „Scrubs“). Die Handlung beruht auf einem Roman von Kristin Hannah und begleitet die beiden Frauen im Laufe der Jahre.

Man sieht sie in den 70ern als Teenager (gespielt von Ali Skovbye und Roan Curtis), in den 80ern als Berufsanfängerinnen, die im Journalismus Fuß fassen wollen (ab da übernehmen Heigl und Chalke), und schließlich im Jahr 2003. Da ist Tully längst erfolgreicher TV-Star, irgendwo zwischen Oprah Winfrey und Ellen DeGeneres. Und Kate, die ihre Karriere der Familie geopfert hat, muss sich nach der Trennung von ihrem Mann selbst finden.

Man fühlt sich nicht nur wegen der skurrilen Form der Apple-Laptops in der Serien-Gegenwart in die Nullerjahre zurückversetzt. „Immer für dich da“ vereint so ziemlich alles, was man bereits vor rund 20 Jahren in diversen Liebeskomödien gesehen hat. Eine Shoppingszene, in der die tollpatschige Kate ihrem Love Interest ausgerechnet dann über den Weg läuft, als sie – huch, wie peinlich! – im Kaufhaus Bauch-weg-Unterwäsche shoppen will. Oder Sprüche wie jener der resoluten Tully, die erklärt, manche Männer seien wie Eiscreme nach Mitternacht: Nicht gut für einen, aber gerade deswegen so attraktiv. Da und an zahlreichen anderen Stellen hätte man dem Stoff durchaus ein Update verpassen können.

Vor allem Heigl spielt ihre ebenso extravagante wie tieftraurige Tully aber überzeugend, mit all ihren Höhen und Tiefen. Ihre Darstellung lässt einen über so manch schmalzige und klischeehafte Szene hinwegsehen (auch nicht über alle, das wäre dann doch etwas viel verlangt).

Aber „Immer für dich da“ ist in einem günstigen Moment erschienen: In nicht so lustigen Zeiten ist unkomplizierte Serienkost schließlich gefragt. Und dieser Punkt wird hier auf jeden Fall erfüllt.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.