Owen Wilson und Salma Hayek wechseln die Realitäten: „Bliss“ bei Amazon Prime Video

© Darko ?krobonja/Amazon.com or its affiliates

Kritik
02/05/2021

Sci-Fi-Fantasy: Owen Wilson im Reich des Unsinns

Salma Hayek und Owen Wilson stolpern durch einen misslungenen „Matrix“-Aufguss: „Bliss“ (auf Amazon Prime Video)

von Alexandra Seibel

Für seinen Comeback-Film bei Amazon hat sich Owen Wilson eine maue Mischung aus Drogen-Drama, Sci-Fi-Schmafu und Mind-Fuck-Game ausgesucht. Gemeinsam mit Salma Hayek watet er durch eine zähe Love-Story im Obdachlosenmilieu und katapultiert sich dank halluzinatorischer Drogen in den Kroatienurlaub.

„Bliss“ nennt Autor und Regisseur Mike Cahill seine verquaste „Matrix“-Meditation, in der Salma Hayek als Stadtstreicherin namens Isabel überzeugt ist, dass die kaputte Welt unter der Autobahnbrücke nur eine Computer-Simulation darstellt. Sie trifft auf den psychisch labilen Greg, der gerade seinen Job verloren hat und ratlos in einer Bar versumpert.

Isabel zieht Greg in ihre Traumwelt hinein. Gemeinsam schlucken sie blaue Kristalle und können daraufhin die Wirklichkeit verändern. Ein kurzer Wink mit der Hand – und schon wälzen sich die Besucher einer Rollschuhbahn hilflos am Boden. Zu guter Letzt stecken sich Greg und Isabel bizarre Schläuche in die Nase und inhalieren sich in eine idyllische Kleinstadt am Meer, wo Isabel als Wissenschaftlerin Experimente mit dem menschlichen Gehirn anstellt.

Die Erzählebenen zwischen tristem Junkie-Dasein und gloriosem Delirium verschwimmen planlos ineinander, ohne je interessantes Eigenleben zu entwickeln. Weder enthält die „echte“ Realität, noch deren Gegenentwurf genügend Substanz, um halbwegs spannende Gedankenexperimente über … äh … Wahrheit und Illusion zu erlauben. Da hilft auch kein amüsanter Kurzauftritt von Star-Philosoph Slavoj Žižek, der in seiner typisch manischen Manier über die Hölle schwadroniert: Was wäre, wenn es kein Fegefeuer gäbe? Wenn die Hölle ein Ort wäre, wo die Leute Partys feiern, Alkohol trinken und Sex-Orgien veranstalten? Dabei würde es schon reichen, wenn „Bliss“ bloß ein besserer Film wäre.

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