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Kritik
06/11/2021

"Feel Good": Wenn die Tupperdosen im Kopf nicht zusammenpassen

In der zweiten Staffel von Mae Martins Serie "Feel Good" (Netflix) geht es u. a. um Trauma.

von Nina Oberbucher

„Mein Gehirn fühlt sich an wie ein Küchenschrank, in dem die Tupperware-Dosen durcheinander sind.“ Mae (Mae Martin) ging es schon mal besser als zu Beginn der zweiten Staffel von „Feel Good“ (zu sehen bei Netflix), der ebenso berührenden wie komischen queeren Rom-Com.

Mae wurde gerade von den Eltern (Lisa Kudrow spielt die überängstliche, leicht schrullige Mutter) nach einem Rückfall in einer Drogenentzugsklinik abgesetzt. Doch anstelle einer Lösung für die eigenen Probleme warten dort nur noch weitere: In Form von Schulden an einen ehemaligen Drogendealer. Und dunkler Erinnerungen an die eigene Jugend, die so heftig sind, dass Mae sich regelmäßig unterm Bett verstecken muss. Ex-Freundin George (Charlotte Ritchie) bandelt inzwischen mit dem dauerverständnisvollen Arbeitskollegen Elliott an. An ihren Gefühlen für Mae kann er aber nicht rütteln.

Comedian Mae Martin hat „Feel Good“ gemeinsam mit Joe Hampson geschrieben und spielt auch die Hauptrolle, eine überzeichnete Version von sich selbst: Wie im echten Leben ist Mae in der Serie aus Kanada, lebt in Großbritannien und identifiziert sich als nichtbinär.

Die Suche nach der eigenen Geschlechtsidentität ist auch Thema in „Feel Good“ – genauso wie Drogensucht, Traumata, sexuelle Gewalt und toxische Beziehungen.

Trotzdem bleibt die Serie immer hoffnungsvoll und zugleich witzig (etwa wenn die Rollenspiele von Mae und George blöderweise mit einer Überraschungsparty kollidieren oder die neue Agentin versichert, dass der im Sitzen eingeschlafene Big Boss das Comedy-Programm ganz toll fand).

In erster Linie ist „Feel Good“ aber eine süße und intime Lovestory zwischen Mae und George. Man hat das Gefühl, den Figuren in den lediglich sechs Episoden pro Staffel äußerst nahe zu kommen. Umso enttäuschender ist die Tatsache, dass es nach der zweiten Staffel auch schon wieder vorbei ist mit „Feel Good“ – weitere Folgen der Serie sind nicht geplant. 

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