Verwandlungskünstlerin: Natalie Dormer ("Game of Thrones") schlüpft in der neuen Serie "Penny Dreadful: City of Angels" in verschiedene Rollen

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Kritik
06/12/2020

"Penny Dreadful: City of Angels": Das Flüstern der Dämonin

Im Spin-off der Horrorserie "Penny Dreadful" geht's mit Natalie Dormer ins Los Angeles der 30er Jahre. Zu sehen bei Sky.

von Nina Oberbucher

In drei Staffeln handelte die Horror-Serie „Penny Dreadful“ alles ab, was das Grusel-Herz begehrt: Blut, nackte Haut, okkulte Bräuche und all das im viktorianischen London.

Seit dieser Woche ist bei Sky das Spin-off „Penny Dreadful: City of Angels“ zu sehen. Die neue Serie hat jedoch eher wenig mit dem Vorgänger zu tun: Es gibt ein neues Setting, eine neue Story und die fällt vergleichsweise weltlich aus.

Von der britischen Düsternis geht es ins sonnenverwöhnte Los Angeles, die Stadt der Engel, der späten 30er-Jahre. Da wird – inmitten sozialer Spannungen – Tiago Vega (Daniel Zovatto) der erste mexikanisch-amerikanische Detective der städtischen Polizei. Gleich an seinem ersten Arbeitstag geschieht ein grausamer Mord.

Das können nur Mexikaner gewesen sein

In einem ausgetrockneten Flussbett werden die Leichen einer wohlhabenden Familie aus Beverly Hills gefunden – symmetrisch in einem Kreis angeordnet und im Stile des mexikanischen „Día de los Muertos“ geschminkt. Daneben findet sich eine Botschaft auf Spanisch: Wenn ihr unser Herz nehmt, nehmen wir eures.

Das können dann also nur Mexikaner gewesen sein, schlussfolgern Tiagos Kollegen, die sich vor allem Sorgen um die Optik machen: „Vier reiche weiße Opfer“, sagt der Polizeichef (Brent „Data“ Spiner) kopfschüttelnd: „Sie können sich nicht vorstellen, wie ich mir wünschte, die Opfer wären Mexikaner.“

Die Dämonin erweckt Monster

Während Tiago mit seinem Partner Lewis Michener also versucht, den Fall aufzuklären, treibt sich in der Stadt die Dämonin Magda (Natalie Dormer, „Game of Thrones“) herum. Der Mensch soll zu dem Monstrum werden, das er in Wahrheit ist, erklärt sie.

Um ihr Ziel zu erreichen, schlüpft sie in verschiedene Rollen: Einmal gibt sie die unterdrückte Immigrantin aus Berlin mit vermeintlich deutschem Akzent, dann ist sie die resche Sekretärin eines schmierigen Politikers. Dabei lenkt sie die Menschen in ihrem Umfeld, wie es ihr beliebt.

Einen dramatischen Ausgang nimmt das im Showdown der ersten Folge: Ein vornehmlich von Lateinamerikanern bewohntes Viertel soll einer neuen Autobahn weichen. Weil die Bewohner ihr Zuhause aber nicht freiwillig verlassen, muss die Polizei einschreiten. Ein Flüstern der Dämonin reicht und auf beiden Seiten wird Gewalt entfesselt.

America first!

„Penny Dreadful: City of Angels“ versucht da eine ganze Reihe von Erzählsträngen zu verbinden – und die eben beschriebenen waren noch nicht einmal alle. Es gibt da etwa noch den Kinderarzt Peter (Rory Kinnear, auch schon in der Vorgänger-Serie zu sehen gewesen), der in seiner Mittagspause in Nazi-Uniform durch den Park spazieren geht und „America first“ skandiert. Oder Magdas Gegenspielerin, die geheimnisvolle Santa Muerte.

Serienschöpfer ist wie bei „Penny Dreadful“ erneut John Logan. Man darf gespannt sein, ob es ihm bis zum Ende der insgesamt 10 Episoden gelingt, all die Fäden zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzufügen. Nichtsdestotrotz ist es eine Serie, bei der man dranbleibt und die durch die Rassismusthematik auch einen Nerv trifft.

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