Neue Serie bei Amazon: "El Presidente" mit Andrés Parra und Paulina Gatian über die intrigenreiche Welt des Fußballs

© Amazon Prime Video

Kritik
06/05/2020

"El Presidente" auf Amazon: Der Ball rollt wie geschmiert

Die neue Serie thematisiert in acht Folgen unterhaltsam den Intrigantenstadl FIFA.

von Marco Weise

Die Abkürzung für Fédération Internationale de Football Association, also den Weltfußballverband, steht seit Jahren eher für gut organisierte Kriminalität als für die schönste Nebensache der Welt, wie Fußball ja auch gerne bezeichnet wird.

Auf der FIFA-Wikipedia-Seite gibt es für die Skandale bereits ein eigenes Kapitel (mit Unterkapiteln), das alle Betrügereien und Intrigen, Bestechungsversuche und Korruptionsskandale auflistet.

Ein Erdbeben erschüttert die Fußball-Welt

Besonders viele neue Einträge kamen im Jahr 2015 dazu. Da erschütterte ein mächtiger Korruptionsskandal rund um die FIFA die Fußballgemeinde auf der ganzen Welt.

Ein Erdbeben, das einige Rücktritte auslöste, Haftstrafen mit sich brachte, aber auch viele Trümmer hinterlassen hat. Trümmer, die auch heute noch von Justiz und Antikorruptionsspezialeinheiten weggeräumt werden – und hinter jedem Stein verbirgt sich oft ein weiterer Skandal. Der Ball rollt seither aber meist unbekümmert weiter. Nur Corona konnte daran (kurzfristig) etwas ändern.

Ab heute, Freitag, ist mit „El Presidente“ eine Serie auf Amazon Prime Video abrufbar, die in einstündigen Episoden das sogenannte „FIFA-Gate“ rekapituliert.

Marionetten und Strippenzieher

Aufgerollt wird der Sportskandal anhand der Geschichte von Sergio Jadue (großartig verkörpert von Andrés Parra), der vom unbedeutenden Präsidenten eines kleinen Fußballvereins vom chilenischen Fußballverband in den Chefsessel gewählt wird, wo ihn die Mächtigen als Marionette einsetzen.

Er soll unbeliebte Entscheidungen treffen und muss sein Gesicht in der Öffentlichkeit hinhalten, während andere die Strippen im Hintergrund ziehen. Aber Jadue und seine clevere Frau Nené (Paulina Gaitán) begreifen das Spiel ziemlich schnell: Fußball ist ein millionenschweres Business, in dem Geschäfte, neue Regeln gemacht und Weltmeisterschaften vergeben werden müssen.

Auf diesem gut geschmierten Parkett der Korruption weiß sich Sergio Jadue ausgezeichnet zu bewegen. Seine Zweikampfstatistik (gewonnene Machtkämpfe gegen andere Funktionäre) ist Weltklasse, seine Laufwege innerhalb der globalen FIFA-Söldnertruppe stimmen.

Und so wird Jadue an der Seite von Julio Grondona (Luis Margani), dem 2014 verstorbenen Präsidenten des argentinischen Fußballverbandes, der bei der WM-Vergabe an Qatar mehr als 800.000 Euro für seine Stimme erhalten haben soll, zu einer Schlüsselfigur des Machtmissbrauchs. Als Drehbuchautor und Regisseur der Serie fungierte Armando Bó (Oscar für „Birdman“).

Gegentor

Fußball-Laien können der detailreichen, mit Insiderwissen angereicherten und kleinteilig erzählten Geschichte wohl nur schwer folgen. Fans werden hingegen ihre Freude daran haben, sich gut unterhalten fühlen – und mehrmals die Welt nicht verstehen.

Denn wie verlogen und unsportlich da mit ihrem Spiel, nein, mit ihrer Liebe und Leidenschaft umgegangen wird, schmerzt wie ein entscheidendes Gegentor, das die Lieblingsmannschaft in der Nachspielzeit kassiert.

"El Presidente" ist bei Amazon Prime Video zu sehen

Noch mehr Streaming-Tipps und Serien-Reviews gibt's auf unserem Streaming-Channel

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.