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Kultur Medien
01/02/2022

Neue ORF-Führung kündigt „ein Jahr der Veränderung“ an

Erklärt 2022 „zum Jahr der jungen Zielgruppen“. ORF-Player-Module Sound und Sport sollen im 1. Halbjahr starten.

von Christoph Silber

Neues Jahr, neue Führung, neues Glück? Ein Fragezeichen charakterisiert die Lage des ORF Anfang des Jahres 2022 - für seine Mitarbeiter und für seine Konsumenten. Das Traditionelle, der Jahres-Auftakt mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim ist ja mit 1,161 Millionen Zusehern und einem Marktanteil von 60 Prozent (zweiter Konzertteil, Anm.) wieder gelungen - erwartungsgemäß. 

Aber um „weiterhin so relevant zu bleiben wie bisher, müssen wir uns und unsere Produkte weiterentwickeln und vor allem die jungen und jüngeren Zielgruppen gezielt mit maßgeschneiderten Programmen verstärkt ansprechen“, schreibt die neue ORF-Führung unter dem ebenso neuen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann in einem Brief an die Mitarbeiter zum Start der fünfjährigen Amtsperiode. Man kündigt „ein Jahr der Veränderung“ an und erklärt 2022 „zum Jahr der jungen Zielgruppen“.

Neue Strategien

Was die neue ORF-Spitze mit den Direktorinnen Stefanie Groiss-Horowitz (Programm), Ingrid Thurnher (Radio) und Eva Schindlauer (Finanzen) sowie Technik-Chef Harald Kräuter plant: Auf der Agenda stehen laut dem Schreiben „eine Young-Audience-Initiative“ und eine neue Social-Media-Strategie. Erarbeitet werden sollen eine multimediale Flotten- und Online-Strategie, die von einer Publishing-Strategie ergänzt wird. Hierfür sollen unterschiedliche Szenarien entwickelt werden, weil man in Teilen davon abhängig ist, welche Möglichkeiten der Gesetzgeber dem ORF im Zuge einer Novelle einräumen wird oder auch nicht.

Das gilt insbesondere für den ORF-Player, dessen Module Sport und Sound jedenfalls im ersten Halbjahr online gehen sollen. „Ziel ist ein Ausbau des Online-Angebots des ORF, insbesondere im Streaming-Bereich“, heißt es im Schreiben der ORF-Führung. Dafür sollen Kompetenzen gebündelt, eine datengetriebene Entscheidungsfindung etabliert, aber auch gezielt junge Menschen als Mitarbeiter angeworben werden.

Unternehmenskultur

Für die Veränderungen, die intern auf den ORF zukommen, will man sich mit einem Kulturwandel wappnen – eine eigene „Stabstelle für Unternehmenskultur“ soll die Standort-Konsolidierung im ORF-Campus auf dem Küniglberg durch den Umzug von Ö1 und Ö3 begleiten. Vor allem steht auch die Besiedlung des neuen multimedialen Newsrooms an, in dem die Info-Redaktionen der verschiedenen ORF-Sender und Plattformen zusammengezogen werden. Auch den ORF-Landesstudios wird ein Kulturwandel verordnet, mit „mehr Autonomie und Eigenverantwortung“ und dem Auftrag, für „mehr regionale Inhalte von nationaler Relevanz“ zu sorgen und auch neues Publikum anzusprechen.

Umsetzen sollen das ein ORF, der „ein offenes, agiles Unternehmen“ ist und „seinen Auftrag in einer digitalen Welt im Sinne seines Publikums erfüllt.“

Alexander Wrabetz, der nach 15 Jahren als ORF-Chef den Küniglberg per 31. Dezember 2021 verlassen hat, kann im schlechten Fall des Falles nicht als Sündenbock herhalten. Ihm wird ausdrücklich „eine konstruktive Zusammenarbeit“ in den vergangenen Monaten sowie eine „exzellente Übergabe“ im vom neuen Direktorium unterzeichneten Brief an die Mitarbeiter bescheinigt.

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