Eine Szene aus Folge 2 von "Mit Abstand nah dran" bei ServusTV: David Groß besucht einen Prepper

© ServusTV/Jenseide

Kultur Medien
06/18/2020

Neue ServusTV-Reportage: Von Masken und Fledermaus-Schnitzeln

Filmemacher David Groß ergründet in "Mit Abstand nah dran" den mitunter skurrilen Alltag in Corona-Zeiten (Donnerstag, 21.15).

von Nina Oberbucher

Er habe ein bisschen die Not zur Tugend gemacht, erzählt David Groß dem KURIER am Telefon. Weil seine geplanten Filmprojekte durch die Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben wurden, kam die Idee, eine Reportage über die aktuelle Situation in Österreich zu machen.

An Corona-Sendungen mangle es zwar derzeit nicht, stimmt Groß zu, „aber man sieht im Fernsehen ziemlich viele Pressekonferenzen und Experteninterviews. Ich wollte mich mal am Stammtisch umhören und ein Stimmungsbild einfangen.“

Ein feines Schnitzerl

Entstanden ist so die zweiteilige Reportage „Mit Abstand nah dran – Groß im Alltag“, Teil eins läuft heute (Donnerstag), 21.15 Uhr bei ServusTV. Ganz unterschiedliche Menschen kommen da zu Wort, von Wiener Fiakern, die durch das Ausbleiben der Touristen um ihre Existenz fürchten, über den Musiker Sir Tralala, der eine Corona-Hymne produziert hat, bis zu Boxern, die sich jetzt im Schattenkampf üben müssen.

Und es gibt auch skurrile Momente, etwa als Groß einen Fledermaus-Experten besucht. Der räumt zunächst mit dem Gerücht auf, die Tiere seien für die Corona-Pandemie verantwortlich. Als die Sprache darauf kommt, dass Fledermäuse in manchen Ländern sogar am Teller landen, gesteht der Experte: So ein Fledermaus-Schnitzel könne er sich schon gut vorstellen.

Runter vom Gas

Am interessantesten sei es gewesen, wenn Menschen erzählt haben, was sie durch die Krise lernen konnten: „Da habe ich schon herausgehört, dass die Leute Zeit hatten, über das Leben und die Gesellschaft nachzudenken. Viele sind zu dem Schluss gekommen, dass man vielleicht ein bisschen runter vom Gas steigen soll, weniger billig fliegen soll. Auch Regionalität ist wichtiger geworden. Diese Stimmen sprechen mir persönlich aus dem Herzen“, so Groß.

In den Projekten des Salzburgers geht es immer wieder auch um Nachhaltigkeit, so zum Beispiel bei der Serie „Wastecooking“: In dem Format hat der gelernte Koch aus Lebensmittelabfällen Speisen zubereitet.

Kein Handschlag

„Mit Abstand nah dran“ wurde von Ende Mai bis Anfang Juni gedreht. Maskentragen und Abstandhalten seien bei der Arbeit zunächst durchaus ungewohnt gewesen: „Am Anfang eines Interviews ist es wichtig, dass man sich die Hand gibt, ein bisschen plaudert und sich näher kommt. Das war jetzt natürlich so nicht möglich“, berichtet Groß.

„Es war schon eine Herausforderung, die physische Distanz zu überbrücken. Aber wenn man dann gemeinsam an einem Tisch sitzt und den Leuten wirklich zuhört, stellt sich diese Nähe automatisch ein.“

Liebe in Zeiten der Pandemie

Wie schnell sich das Leben durch die Pandemie verändern kann, hat Groß auch selbst zu spüren bekommen. Als der Lockdown losging, war er mit seiner aus Japan stammenden Frau gerade in Vietnam. „Dann mussten wir uns am Flughafen trennen. Sie durfte nicht mehr nach Österreich einreisen, ich nicht mehr nach Japan. Fast zwei Monate war es nicht erlaubt, dass wir uns sehen, obwohl wir verheiratet sind“, erzählt Groß.

Mittlerweile sind die beiden wieder vereint, „aber das war natürlich hart. Trotzdem bin ich grundsätzlich privilegiert. Ich durfte jetzt wieder drehen – das ist natürlich etwas anderes, als wenn das eigene Wirtshaus gerade den Bach runter geht.“

Am Bildschirm

Die zweiteilige Reportage „Mit Abstand nah dran – Groß im Alltag“ läuft heute Donnerstag und am 25. Juni, jeweils um 21.15 Uhr, bei ServusTV. In Folge 1 stehen die Folgen des Lockdowns im Zentrum, in Folge 2 geht es dann vor allem um den Urlaub daheim.

Hinter der Kamera

Durch die Sendung führt David Groß („Wastecooking“, „Groß und Kleinanzeigen“), Regie und Produktion übernahmen Jakob Kubizek und Peter Sihorsch (Jenseide Filmproduktion). 2016 erhielten sie gemeinsam mit Ingo Pertramer die ROMY für „Ochs im Glas“. Groß und Jenseide Filmproduktion haben bereits bei „Wastecooking“ miteinander gearbeitet.

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