Nachruf auf Sepp Forcher: Auf den Gipfeln fand er Weitsicht

Nachruf auf Sepp Forcher: Auf den Gipfeln fand er Weitsicht
Er zeigte in „Klingendes Österreich“ Schätze, die sonst ungehoben geblieben wären, und verkaufte die Volkskultur nie an die Vermarktung: Abschied von einer TV-Legende.

Es ist ganz schön laut geworden in den Bergen. Ein gewaltiger Vermarktungsapparat hat dort seine Lautsprecher aufgestellt. Aus denen dröhnt ein unbekömmliches Lied von Wir-Haftigkeit, von Gegenwartsfeindlichkeit, von Selbstbeschränkung.

Und irgendwie sind im Zuge dieser Nostalgievermarktung auch die Berge selbst wieder in Stellung gebracht worden. Als Bollwerk gegen das Andere, als Grenze des eigenen Horizonts, und auch als ein Ort, der im Wesentlichen nur eines zu bieten hat: eine vermeintlich bessere Vergangenheit.

Sepp Forcher hat nicht von diesen Bergen erzählt. Sondern von den echten. Von den Menschen, die dort leben. Von ihrer Kultur, die, wie alle Kultur, etwas ganz anderes ist als ein Instrument der Ausgrenzung. Von Tradition, aber nicht um der Verklärung Willen, sondern wegen ihrer Spuren in der Gegenwart.

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