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Kritik
03/05/2021

"Moxie" auf Netflix: Mit Herzen und Tanktops gegen Sexismus

In Amy Poehlers zweitem Film "Moxie" bekämpfen Schülerinnen das Patriarchat.

von Nina Oberbucher

Als man Vivian (Hadley Robinson) zu Beginn des neuen Netflix-Films "Moxie" kennenlernt, würde man nicht meinen, eine künftige Revolutionsführerin vor sich zu haben. Denn die 16-jährige Schülerin hält sich am liebsten im Hintergrund. Bis eines Tages die selbstbewusste Lucy (Alycia Pascual-Peña) auf ihrer Schule auftaucht – und die will nicht einfach hinnehmen, dass im Englischunterricht nur Bücher von reichen, weißen Männern gelesen werden oder dass Schulschönling Mitchell (Patrick Schwarzenegger, der Sohn von Arnie) meint, sie ungefragt anfassen und beleidigen zu können.

Lucys Einstellung imponiert Vivian – genauso wie die Erzählungen ihrer Mutter (Amy Poehler, sie führt auch Regie), die selbst als Teenager zur Musik von Bikini Kill für Feminismus gekämpft hat. Vivian beschließt, auch aktiv zu werden und beginnt, anonym ein selbst gemachtes Magazin in der Schule zu verteilen: "Moxie" nennt es sich, was so viel wie Mut bedeutet. Darin fordert sie zum Kampf gegen Sexismus auf, sich als Zeichen der Solidarität Herzen auf den Handrücken zu zeichnen oder aus Protest gegen die strenge Kleiderordnung im Tanktop zum Unterricht zu erscheinen. Die Gruppe der Mitstreiterinnen wächst mit den Aktionen.

Dass junge Frauen sich hier nicht an klischeehaften Konflikten wie in manch anderen Highschool-Filmen beteiligen, sondern gemeinsam für eine Sache einstehen, ist erfrischend. Auch, wenn der Protest nicht allen so leicht fällt wie der weißen Vivian. Die Clique, die sich rund um sie formiert, ist divers: Schwarz, Transgender, mit Behinderung. Im Mittelpunkt steht hier aber trotzdem Vivian. Dabei würde man gern mehr von den anderen sehen.

Für Comedienne Poehler ist es nach "Wine Country" die zweite Regiearbeit an einem Film, erneut für Netflix. Ob sich das Patriarchat tatsächlich so einfach mit ein paar Flugblättern zerschlagen lässt, wie in "Moxie" dargestellt, ist fraglich. Aber irgendwo muss man ja anfangen.

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