Fritz Karl (r.) mit Cornelius Obonya in einer Folge der ServusTV-Serie "Meiberger". Im Sommer werden wieder neue Episoden gedreht

© ServusTV

Interview
07/07/2020

Fritz Karl über TV-Drehs in Coronazeiten: "Wir werden ständig getestet"

Der Schauspieler im Gespräch über Dreharbeiten in Corona-Zeiten, Homeschooling und die ROMY.

von Nina Oberbucher

Seit Mitte Juni steht Fritz Karl für die ORF-Stadtkomödie „Die Freundin meines Vaters“ neben Aglaia Szyszkowitz und Marie-Luise Stockinger in Graz vor der Kamera. Ein Setbesuch ist derzeit nicht möglich, aber der KURIER hat den gebürtigen Oberösterreicher nach einem „ein bisserl stressigen Drehtag“ am Telefon erreicht.

KURIER: Sie spielen den Rockmusiker Richie. Laut Pressetext ein Mann mit einem „Ruf wie ein Donnerhall“. Ein Ungustl?

Fritz Karl: Nein, gar nicht. Er ist ein älterer Musiker, der in London gelebt hat und wegen der Liebe nach Graz zurückkehrt, wo der Ursprung seiner Karriere liegt. Er hat sich in eine Frau verliebt und kommt dann drauf, dass er mit der Mutter schon einmal zusammen war. Aber er ist kein unangenehmer Zeitgenosse.

Manche haben befürchtet, durch die Coronabestimmungen könnte die Kreativität an Filmsets leiden. Sie haben bereits neue Folgen der ARD-Serie „Falk“ gedreht, jetzt sind Sie für die Stadtkomödie im Einsatz. Wie geht es Ihnen mit den Auflagen?

Wir werden ständig getestet, sodass man schon fast keinen Schleim mehr hat (lacht). Aber ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Bestimmungen negativ auswirken. Jeder ist sehr sorgsam, weil ja keiner will, dass der Dreh unterbrochen wird. Es gibt gewisse Arbeitsabläufe, die jetzt vielleicht ein bisschen langsamer vonstattengehen, aber ich merke nicht, dass es Einschnitte in der Kreativität geben würde und es ist auch nicht so, dass wir Szenen nicht spielen könnten.

Für Sie macht es also keinen Unterschied?

Es macht schon einen Unterschied, ob man in Deutschland oder in Österreich dreht. In Deutschland gibt es wesentlich strengere Auflagen. Da sitzen die Leute beim Mittagessen zwischen Plexiglaswänden. Bevor ich Anfang September in Köln drehe, muss ich in Quarantäne. Man muss dann auch ein Kontakttagebuch führen, wo man aufschreibt, wohin man geht und mit wem man Kontakt hat. Das gibt es in Österreich in der Form nicht. Beim Spielen selbst ist alles wie gehabt.

Sie sind ja ein Vielarbeiter. Wie haben Sie die pandemiebedingte Drehpause empfunden?

Als Schauspieler hat man ja ohnehin immer wieder Pausen zwischen den Drehs. Meine Frau (Schauspielerin Elena Uhlig, Anm.) und ich haben diese Zeit genutzt, und ein Corona-Tagebuch (im Videoformat) auf Facebook und Instagram gemacht und uns da kreativ betätigt. Ich habe diese Phase eigentlich sehr genossen und trotz Homeschooling war es eine sehr schöne Zeit mit der Familie.

Highlight dieses Corona-Tagebuchs war jene Folge, in der Elena Uhlig Ihnen die ROMY überreicht hat, die ja heuer nicht bei einer Gala verliehen werden konnte. Sie ahnten offensichtlich nichts. Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

Ich war total überrascht! Ich war davon überzeugt, dass die ROMY komplett abgesagt ist und hatte das überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. An diesem Tag hatte die Frau Uhlig die Idee, wir könnten spielen, dass ich den Hochzeitstag vergessen habe. Sie hat das geschickt eingefädelt. Ich war wirklich von den Socken und total gerührt. Ich musste ein, zwei Mal nachfragen, ob das auch echt ist. Das war charmant gelöst und eine gelungene ROMY-Sendung.

Wo steht die ROMY jetzt?

Die ist in München, im Regal. Aber ich habe keinen Schaukasten, in dem meine Preise sind. Es ist etwas Vergängliches. Wenn man einen Preis bekommt, freut man sich, aber es ist nicht so, dass sich das Leben dann radikal ändert. Das ist eine Momentaufnahme, beeinflusst aber in keiner Weise meinen Beruf oder wie ich spiele.

Gibt das nicht zumindest ein bisschen Sicherheit?

Nein, Sicherheit ist das falsche Gefühl für diesen Beruf. Es gehört immer eine Aufregung dazu, ein Bemühen, eine Angst und eine Unsicherheit. Man muss Respekt vor einer Figur oder einer neuen Arbeit haben. Es muss immer das Mahnmal des Scheiterns dabei sein.

Sie arbeiten noch bis Ende Juli in Graz an der Stadtkomödie. Wie geht's danach bei Ihnen weiter?

Ich drehe danach vier Folgen "Meiberger" und danach einen Film in Köln. Das ist alles sehr eng gestrickt und natürlich der Tatsache geschuldet, dass sich durch die Corona-Krise Produktionen verschoben haben. Es ist nicht die Art, wie ich gerne arbeite und ich hätte lieber mehr Zeit zwischen den Produktionen, mehr Proben und Vorbereitung. Aber das ist jetzt aufgrund der Krise alles sehr knapp. 

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