Emily Kusche in Staffel 2 von "Sløborn"

© ZDF und Syrreal Entertainment //ZDF/Syrreal Entertainment / Christia

Kritik
01/12/2022

Fortsetzung der Pandemie-Serie „Sløborn“: Weg von der Insel

Staffel 2 ist nun in der ZDF-Mediathek verfügbar. Und kommt Gott sei Dank ohne Verschwörungsplot aus.

von Nina Oberbucher

Als im Sommer 2020 die erste Staffel von „Sløborn“ erschien, konnte man das Timing entweder als sehr passend oder äußerst unglücklich ansehen: Denn die Coronapandemie war erst wenige Monate alt und die deutsch-dänische Serie von Christian Alvart erzählt ausgerechnet vom Ausbruch einer tödlichen Seuche.

Erdacht und gedreht wurde Staffel eins von „Sløborn“ noch, bevor ein reales Virus unser Leben auf den Kopf stellte. Die Parallelen schienen daher umso unheimlicher: Von den ersten Meldungen, die kaum jemand ernst nahm, über Masken und Abstand bis zu Kontaktbeschränkungen.

Dazu gesellte sich jedoch ein wilder Plot, den sich Verschwörungsgläubige auf Telegram nicht besser ausdenken hätten können – mit medizinischen Versuchen und Schießbefehl für Soldaten.

In der zweiten Staffel, die nun in der ZDF-Mediathek abrufbar ist, ist von all dem – zum Glück – nichts mehr zu sehen. Im Mittelpunkt steht nicht mehr das Virus, sondern das praktische Überleben auf der fiktiven, sich selbst überlassenen Nordseeinsel Sløborn. Und es stellt sich die Frage, wie man miteinander umgehen soll, wenn nicht klar ist, wer eigentlich das Sagen hat. 

Weil die Bewohnerzahl der Insel durch die Taubengrippe stark reduziert wurde, konzentrieren sich die neuen Folgen auf wenige verbliebene Charaktere: Sozialarbeiterin Freja (Karla Nina Diedrich) hat die Gruppe straffällig gewordener Teenager nicht mehr im Griff und entwickelt sich immer mehr zu einer kleinen Diktatorin. Die Jugendlichen (darunter Lea van Acken) schließen sich deshalb lieber Drogendealer Jan (Mads Hjulmand) an, bei dem statt Schuften Feiern am Programm steht. Evelin (Emily Kusche) muss sich mittlerweile nicht nur um ihre kleinen Brüder sorgen, sondern auch um ihr ungeborenes Kind. Und beschließt, dass sie von der Insel weg müssen.

Serienschöpfer Alvart ist u. a. für die Netflix-Serie „Dogs of Berlin“ und die explosionsreichen Til-Schweiger-„Tatorte“ bekannt. „Sløborn“ zeichnet sich erwartungsgemäß nicht durch große Subtilität oder realistisch wirkende Szenarien aus. Aber Alvart weiß, wie eine Serie funktioniert, bei der man wissen will, wie es weitergeht – und immer wieder auf „Nächste Folge“ klickt.

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