Fynn Kliemann und Olli Schulz in "Das Hausboot" auf Netflix

© Netflix/Brian Jakubowski

Kritik
03/12/2021

"Das Hausboot" auf Netflix: Ein Do-it-besser-nicht-yourself-Projekt

Olli Schulz und Fynn Kliemann renovierten das Hausboot von Gunter Gabriel. Da werden Erinnerungen an "Hinterholz 8" wach.

von Nina Oberbucher

Wer hat sie im vergangenen Jahr nicht gesehen, die vielen Videos, die suggerieren, wie einfach man Dinge selber machen kann und wie sinnvoll sich die Zeit zu Hause nutzen lässt? Ob frisch gebackenes Bananenbrot oder ein Gemälde nach Bob Ross – alles scheint in diesen Clips mühelos möglich zu sein.

„Das Hausboot“, seit dieser Woche bei Netflix zu sehen, gehört definitiv nicht in diese Kategorie. Die vierteilige Doku-Reihe begleitet Musiker und Podcaster ("Fest & Flauschig" mit Jan Böhmermann) Olli Schulz und YouTuber und Unternehmer Fynn Kliemann bei einem Projekt, das eher nicht zum Nachmachen anregt.

Die beiden haben das Hausboot des 2017 verstorbenen Hamburger Countrysängers Gunter Gabriel gekauft – mit dem Plan, daraus einen Rückzugsort für Musiker zu machen, mit einem eigenen Studio, einer Küche, mehreren Schlafzimmern.

Eine Idee, die sich bald höchstens noch als mäßig bezeichnen lässt. Zunächst glauben Schulz und Kliemann, nur oberflächliche Renovierungsarbeiten durchführen zu müssen. Ein paar neue Glühbirnen, dann passt das schon. Doch mit jeder Schwachstelle, die sie beseitigen, entdecken sie weitere Schäden und Mängel an dem Boot. Und die kosten Geld.

„Das war ein Scheißhaufen“, sagt Schulz in der Doku, als die Anfangseuphorie schon lange verflogen ist. „Wir haben einfach ein Überraschungsei gekauft, das gefüllt war mit Scheiße.“ „Hinterholz 8“ in der norddeutschen Variante.

Schulz und Kliemann machen trotzdem weiter und lassen sich und ihre Helfer bei der Arbeit von der Kamera begleiten. Es ist ein Spaß, sich das Ganze anzusehen – aus denselben Gründen wie bei den perfekten Do-it-yourself-Videos: Man hat das Gefühl, als hätte man Ahnung. Bei jenen, die alles so einfach aussehen lassen, weil man meint, nun auch verstanden zu haben, wie es geht. Und bei „Das Hausboot“, weil man absolut sicher ist, dass man selbst niemals so einen Schrotthaufen gekauft und sofort erkannt hätte, wie viel Arbeit da drin steckt.

Interessant ist aber nicht nur, welche Arten von Werkzeugen es überhaupt gibt, sondern vor allem die Dynamik zwischen den Protagonisten Schulz und Kliemann, die sich mehr als einmal in die Haare kriegen. Um sich dann wieder zu vertragen. Schließlich gilt es, ein Boot zu renovieren. Eine der wenigen klugen Entscheidungen bei diesem Projekt sei gewesen, es mitfilmen zu lassen, meint Schulz. Da kann man nicht widersprechen.

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