Mittlerweile Königspaar im fiktiven Staat in Afrika: Eddie Murphy und Shari Headley

© Quantrell D. Colbert/Amazon Studios/Courtesy of Amazon Studios

Streaming-Kritik
03/05/2021

"Prinz aus Zamunda 2": Nach 33 Jahren ist die Zeit reif für "Umbajuntoo"

Komödienstar Eddie Murphy kehrt zurück als kultiger Prinz Akeem Joffer. Und wird König.

von Peter Temel

Zu wenig Schwarze im Mainstream-Kino? Im Jahr 1988 drehte Kultregisseur John Landis eine Kultkomödie mit fast ausschließlich afroamerikanischen Darstellern. Das naive, moderne Märchen, in dem ein Prinz aus einem fiktiven afrikanischen Königreich nach New York abpascht, um der arrangierten Ehe zu entgehen, stammte aus der Feder von Hauptdarsteller Eddie Murphy.

Nun, 33 Jahre später, gestand Murphy, dass die Produktionsfirma damals darauf bestand, dass zumindest eine weiße Person in den Film muss. Der „Quotenweiße“ war Louie Anderson als Kollege Maurice im Burgerschuppen McDowell’s. Dort, wo Prinz Akeem untergetaucht ist, um die wahre Liebe (Shari Headley) zu finden. Nun, im Jahr 2021, ist das Revolutionärste an der Fortsetzung „Prinz aus Zamunda 2“ (Regie: Craig Brewer), dass sie beim Streamingdienst Amazon Prime an den Start geht.

Im Reich Zamunda tut sich aber was: Akeems Vater (erneut James Earl Jones) ist hedonistisch genug, kurz vor dem Tod seiner eigenen pompösen Trauerparty beizuwohnen. Kaum ist Akeem König, beginnen die Probleme. Es wird enthüllt, dass damals im New Yorker Stadtteil Queens doch etwas mehr passiert ist. Akeem und Hofschranze Semmi (erneut kongenial: Arsenio Hall) machen sich wieder auf nach Amerika, um den unehelichen Sohn Lavelle (Jermaine Fowler) aufzuspüren.

Zurück in Afrika, droht weiteres Ungemach. General Izzi (Wesley Snipes) vom Nachbarstaat Nexdoria macht militärischen Druck und fordert die Verheiratung des noch etwas unbedarften Lavelle mit seiner devoten Tochter Bopoto (Teyana Taylor). Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Anspielungen und Zoten

Eddie Murphy schlüpft wieder in schräge Verkleidungen, lässt seinen jungen Kollegen aber genug Platz zu glänzen. Der Charme des Originals wurde herübergerettet und mit zahlreichen zeitgemäßen, popkulturellen Anspielungen (ja, auch über schlechte Film-Sequels) angereichert.

Der Humor ist teilweise so zotig, wie sich Austin Powers die Sechziger-Jahre vorgestellt hat. Da sagt ein lispelnder, greiser Medizinmann: „Die Zeit ist reif für Umbajuntoo!“ – ein makabrer Beschneidungsritus als prinzliche Mutprobe.

Neben Maurice gibt es übrigens eine zweite weiße Minirolle: einen Uber-Fahrer.

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