Jessica Schwarz als sinistre Professorin in der neuen Serie "Biohackers" bei Netflix

© Netflix/Marco Nagel

Kritik
08/21/2020

"Biohackers" bei Netflix: Bühne frei für die böse Professorin

In der neuen deutschen Streaming-Serie wird mit Genen experimentiert, sonst nirgends.

von Nina Oberbucher

Eigentlich hätte die neue deutsche Netflix-Serie schon im Frühjahr veröffentlicht werden sollen. Das erschien dem Streamingdienst aber mitten im Lockdown eher unpassend: Schließlich geht es um Biohacking und Viren, das hätten manche in den falschen Hals bekommen können. Nun hat man sich schon mehr oder weniger an das Leben mit der Pandemie gewöhnt, die Zeit schien also reif für die Veröffentlichung der Serie.

Die junge Mia (Luna Wedler) kommt nach Freiburg, um Medizin zu studieren, schreibt sich aber auch in die Biologie-Kurse der renommierten Wissenschafterin Tanja Lorenz (Jessica Schwarz) ein. Wenig später schafft es Mia auch, einen begehrten Platz als Hilfskraft in deren zwielichtigem Forschungsunternehmen zu bekommen.

Dass sie das nicht nur aus Interesse an der Materie macht, ist von Anfang an klar.

Denn wie man bald erfährt, nimmt die sinistre Professorin für ihre Forschungserfolge sogar Tote in Kauf – darunter auch Mias Bruder. Eine vorhersehbare Rache-Story also. Und die Umsetzung ist nicht wesentlich überzeugender.

„Wir machen Gott obsolet“, bringt die genmanipulierende Forscherin ihren Studenten bei. In ihren Lehrveranstaltungen kommt sie wie in einer Samstagabendshow die Treppe herunterstolziert und hat ihr Büro als waschechter Bösewicht natürlich in einem kühlen Hochglanzgebäude. Mias Mitbewohner machen in ihrer Freizeit am liebsten Pflanzen-Experimente oder nehmen kleine operative Eingriffe in der WG vor, und Annäherungsversuche startet man hier mit den Worten „Ich hab’ auch ein kleines eigenes Labor“.

Inhaltlich geht es zwar um Experimente, in der Machart orientiert sich „Biohackers“ (Regie und Drehbuch: Christian Ditter, „Türkisch für Anfänger“) aber strikt an Konventionen. Neben dem klassischen Virus-Thriller gibt es noch ein bisschen Teenie-Romanze nach Lehrbuch. Mehr nicht.

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