Louis Hofmann und Lisa Vicari in der neuen dritten Staffel der Serie "Dark", zu sehen bei Netflix

© Netflix

Kritik
06/26/2020

"Dark" Staffel 3: Noch mehr Rätselraten in der Zeitschleife

Die gefeierte deutsche Science-Fiction-Serie geht in die dritte und letzte Staffel bei Netflix. Da wird es noch komplizierter.

von Nina Oberbucher

Netflix hat vor Kurzem ein Recap-Video veröffentlicht, in dem die Staffeln 1 und 2 von „Dark“ in 60 Sekunden zusammengefasst wurden. Wer jemals eine Folge der deutschen Science-Fiction-Serie gesehen hat, kann da nur schmunzeln. Denn bei den verworrenen Verwandtschaftsbeziehungen und verschiedenen Zeitebenen muss man schon öfter etwas länger grübeln. Trotzdem oder gerade deshalb ist „Dark“ ein Hit auf Netflix, der nicht nur Fans in Deutschland hat, sondern auch international erfolgreich ist.

Ab morgen (Samstag) ist die dritte und letzte Staffel beim Streamingdienst verfügbar, die das Rätsel hinter den mysteriösen Vorkommnissen in der fiktiven, dauerhaft verregneten Kleinstadt Winden endgültig aufklären soll.

In der falschen Zeit

Alles begann – zumindest für den Zuschauer – mit einer Reihe von vermissten Kindern, die die Bevölkerung von Winden in Aufruhr versetzte. Was wie ein düsterer Krimi startete, entwickelte sich bald in eine komplexe Sci-Fi-Saga, als der Schüler Jonas (Louis Hofmann) in einer Höhle im Wald ein Portal entdeckte, mit dem er durch die Zeit reisen konnte – und das mit den verschwundenen Kindern zu tun hatte.

Doch Jonas war nicht der Einzige, der dieses Tor nutzte. Immer mehr Einwohner aus Winden begannen, in andere Zeitebenen zu springen und trafen so auf ihr eigenes Ich oder ihre jüngeren beziehungsweise älteren Verwandten. Manch einer von ihnen blieb dabei gar in der falschen Zeit stecken.

Noch mehr Fragezeichen

Warum sich gewisse Dinge in Winden im Abstand von 33 Jahren wiederholen und warum das ominöse Portal überhaupt existiert, dafür liefern die neuen Folgen zunächst einmal wenig Antworten, sondern werfen weitere Fragen auf: Wie am Ende der zweiten Staffel angedeutet, gibt es nicht nur mehrere Zeitebenen, über die es einen Überblick zu behalten gilt, sondern auch noch eine zusätzliche Welt, in die Jonas katapultiert wird.

Dort ist alles sehr ähnlich und doch irgendwie anders. Nicht Jonas, sondern Martha (Lisa Vicari) trägt die gelbe Regenjacke. Anstelle von Elisabeth ist ihre Schwester Franziska gehörlos. Polizist Torben fehlt nicht das Auge, sondern der Arm. Was in der Parallelwelt passiert, darüber darf vorab nicht viel verraten werden. Beim Versuch, den Ursprung des ganzen Wirrwarrs zu finden, rückt Martha jedenfalls stärker in den Fokus.

Das Ende ist das Ende

Wie schon in den Staffel davor verliert man stellenweise den Faden. Leere Phrasen über Zeit, Schicksal und eigenen Willen wie „Der Anfang ist das Ende und das Ende ist der Anfang“ werden erneut überstrapaziert. Manchmal wird es ob der ganzen Twists auch zu absurd, aber man bleibt dennoch dran.

Denn die Macher von „Dark“, Baran bo Odar und Jantje Friese, verstehen es, Spannung zu erzeugen. Musik und Bildsprache sind perfekt aufeinander abgestimmt. Es ist ein mitunter beschwerlicher Weg bis zu Auflösung, die aber gar nicht schlecht ist. Die Serienschöpfer haben definitiv und trotz einiger Schwächen in der Umsetzung eine beeindruckende Geschichte erdacht. Und bei all den Erzählsträngen noch den Überblick behalten.

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