Désirée Nosbusch und Paula Beer in "Bad Banks" Staffel 2

© ZDF und Fabrizio Maltese/ZDF/Fabrizio Maltese

Kultur Medien
02/06/2020

"Bad Banks" Staffel 2: "Das ist doch Wahnsinn, oder?"

Die preisgekrönte deutsche Serie rund um die Intrigen der Hochfinanz geht in die zweite Runde.

von Nina Oberbucher

Mit der ersten Staffel gelang den „Bad Banks“-Machern eine Punktlandung. In sechs temporeichen Folgen erzählte die deutsche Serie von den undurchsichtigen Machenschaften in der Hochfinanz, von den Tiefpunkten der menschlichen Psyche, verpackt in einem hochspannenden Thriller. „Bad Banks“ wurde mit Preisen überhäuft – unter anderem mit einer Akademie-ROMY im Vorjahr für Drehbuchautor Oliver Kienle. Nun ist die zweite Staffel verfügbar (Sendetermine finden Sie am Ende des Artikels).

Rivalinnen

Im Zentrum der Serie steht die junge Jana Liekam (Paula Beer), die als Bankerin hoch hinaus will. Als ihrer Karriere ein jähes Ende droht, streckt Investment-Chefin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) ihre helfenden Hände aus. Doch im Gegenzug für ihre Unterstützung fordert Leblanc auch Loyalität (sprich: Dinge wie Herumschnüffeln oder Informationsbeschaffung) von Jana.

Eine Mischung aus mütterlicher Beziehung und Rivalitätskampf entwickelt sich – packend, auch wenn man kein bisschen von der Finanzbranche versteht.

Autor Kienle hat bereits während der Dreharbeiten zu Staffel 1 begonnen, an einer Fortsetzung zu schreiben. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht feststand, ob es mit der Serie weitergehen würde. In den neuen Folgen – wieder von ZDF und Arte koproduziert – dreht sich alles um FinTechs, um moderne Online-Finanzdienstleister, die den alteingesessenen Banken Konkurrenz machen.

Ortswechsel

Die Handlung setzt sechs Monate nach dem Ende der ersten Staffel ein: Jana und ihr Team hatten einen Finanz-Crash verursacht, die Branche war zusammengebrochen und die jungen Banker dümpeln mittlerweile nur noch in ihren mäßig spannenden Jobs dahin.

Doch dann ergibt sich die Möglichkeit, von der Finanz-Hauptstadt Frankfurt ins hippe Berlin zu wechseln. Man investiert in nachhaltige Start-ups und die High Heels tauscht Jana schon bald gegen bequemere Sneakers. Auch wer den Plot der ersten Staffel nicht mehr ganz präsent hat, wird sich dem Sog aus Bündnissen und Machtspielchen schon nach kurzer Zeit nicht mehr entziehen können.

Denn Jana, Adam (Albrecht Schuch) und Thao (Mai Duong Kieu) sind nicht aus Spaß in Berlin, sondern sollen für Leblanc wieder einen Auftrag erfüllen. Dafür heuern sie im „Inkubator“ an, einem Brutkasten für vielversprechende Start-ups. Dort lernt Jana auch Ben (Noah Saveedra) kennen, dem sie bei der gemeinsamen Arbeit näher kommt. Gleichzeitig wird ihr ehemaliger Chef (und einstiger Liebhaber) Gabriel Fenger (Barry Atsma) aus dem Gefängnis entlassen.

Zusammenbruch

Die Figuren schrammen nicht nur am Nervenzusammenbruch vorbei, sie steuern mit voller Geschwindigkeit darauf zu. Es gibt keine Freunde, nur Verbündete – zumindest kurzzeitig. Wie sich dieses Gespinn entwickelt, erklärt Quirin Sydow (Tobias Moretti) – in einer Szene gegen Ende der zweiten Staffel, als die Mächtigen der Bank an einem Tisch zusammensitzen: „Erst hab’ ich mit dir gearbeitet, dann mit ihm gegen dich, dann mit ihr gegen dich, dann du mit ihr gegen mich, dann ich mit dir gegen ihn und jetzt du mit ihm und ihr gegen mich. Das ist doch Wahnsinn, oder?“

Dass man trotzdem nicht den Überblick verliert, ist wohl eine der größten Leistungen der Serie.

Es gibt keine simple Einteilung in Gut und Böse. Jeder verfolgt in dieser kühlen Welt seine eigenen Ziele, jeder hat seine Beweggründe. Auf dem Weg nach oben werden beinahe sämtliche Grenzen der Moral überschritten – trotzdem fiebert man mit diesen Charakteren mit.

Und hofft am Ende von Staffel 2, dass es noch eine dritte Runde geben wird.

Hintergrund

Für die Arbeit an „Bad Banks“ hat sich Autor Kienle, dessen Teenie-Komödie „Isi & Ossi“ ab kommender Woche bei Netflix zu sehen ist, mehrere Berater aus der Finanzwelt geholt. Die Geschichte hat also ihren wahren Kern.

Wer zusätzlich einen Einblick in die FinTech-Branche bekommen möchte, hat dazu übrigens am Montag (um 23.55 Uhr) im Anschluss an die letzte Folge im ZDF die Möglichkeit. „Bad Banks – Die Dokumentation“ erklärt in 45 Minuten Hintergründe zu FinTechs, wie sie funktionieren und wodurch sie sich von den alten Bankinstituten unterscheiden.

Staffel 1 bei Netflix
Die erste Staffel von „Bad Banks“ ist bei Netflix verfügbar.

Staffel 2 in der ZDF-Mediathek
Die komplette zweite Staffel ist bereits jetzt in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Staffel 2 bei Arte
6. Februar (20.15), Folgen 1–3; 7. Februar (20.15), Folgen 4–6.

Staffel 2 im ZDF
8. Februar (21.45), Folgen 1 und 2; 9. Februar (22.15), Folgen 3 und 4; 10. Februar (22.15), Folgen 5 und 6.

 

 

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