Ein Bild aus dem Buch "Tales from the Loop" von Simon Stålenhag, Vorlage für die neue Serie bei Amazon Prime Video.

© Art by Simon Stålenhag from the book Tales from the Loop

Kultur Medien
05/03/2020

Aus seinen Bildern entstand die Amazon-Serie "Tales from the Loop"

Der schwedische Künstler Simon Stålenhag kombiniert Landschaftsmalerei mit Science-Fiction-Elementen.

von Nina Oberbucher

Im eigenen Garten oder bei einem Spaziergang im Wald einen Roboter anzutreffen, ist nichts Ungewöhnliches in dieser Welt: In der Serie „Tales from the Loop“, seit Kurzem bei Amazon Prime Video zu sehen, bilden malerische Landschaften und Science-Fiction-Elemente das Setting für eine Reihe berührender Geschichten über die Bewohner einer geheimnisvollen Kleinstadt.

Sie alle sind auf die ein oder andere Weise mit einem unterirdischen Forschungszentrum, dem „Loop“, verbunden.

Roboter im Schweden der 80er

Erschaffen hat dieses einzigartige Universum der schwedische Künstler Simon Stålenhag, dessen Bildband „Tales from the Loop“ als Vorlage für die Serie diente. Zu sehen sind da, in einem an die 80er und 90er erinnernden Schweden, etwa weite Felder mit fliegenden Erntemaschinen oder die eingangs erwähnten Roboter, die über grüne Wiesen laufen.

Als Stålenhag seine Arbeiten vor einigen Jahren auf Social Media hochlud, lösten diese einen kleinen Hype aus. Dabei, so erklärt Stålenhag dem KURIER am Telefon, habe er erst kurz davor begonnen, Science Fiction überhaupt in seine Kunst zu integrieren.

Am Anfang waren Vögel

„Ich habe angefangen, schwedische Landschaften und die schwedische Tierwelt zu malen, als ich ungefähr zehn Jahre alt war. Hauptsächlich Vögel. Ich war viel draußen in der Natur unterwegs und deshalb hat mich das interessiert“, sagt Stålenhag, der auf einer Insel in der Nähe von Stockholm aufgewachsen ist.

Die Science Fiction kam erst in seine Bilder, als Stålenhag mit Mitte 20 anfing, in der Computerspielbranche zu arbeiten: „Dort habe ich gelernt, wie man Roboter und gewisse Kreaturen zeichnet. Das wollte ich dann auch bei meinem Hobby anwenden.“

So entstand zunächst ein Bild mit einer schwedischen Landschaft und einem Dinosaurier darin. Da habe es „Klick“ gemacht und Stålenhag merkte, dass er eine vielversprechende Kombination gefunden hatte.

Vom Buch zur Serie

Für seine Arbeiten verwendet der 36-Jährige ein Grafik-Tablet, bei der Optik orientiert er sich an klassischen Ölfarben. Mittlerweile sind drei Bücher mit seinen futuristischen Werken erschienen, zwei weitere sind bereits im Entstehen. 2015 kam dann die Anfrage von Matt Reeves’ Produktionsfirma („Planet der Affen“) für das Serienprojekt.

Dafür wurde Schweden in die USA übersiedelt, sonst blieb man jedoch nah am Original. Die Regeln des „Loop“-Universums hat Stålenhag in seinem Buch bereits genau beschrieben, Charaktere und Handlung für die Serie erdachte Drehbuchautor Nathaniel Halpern („Legion“). Stålenhag selbst war in den Entstehungsprozess kaum involviert, berichtet er: „Ich war auch nur einmal kurz am Set.“

Keine Bösewichte

Wirklich viel, so sagt es auch Stålenhag, passiert in den acht Episoden nicht. „Aber für mich ist das perfekt. Es ist genauso wie im Buch!“, meint der Künstler. „Es gibt keine große Verschwörung oder einen Bösewicht, sondern es geht um zwischenmenschliche Beziehungen.“

Oft werde er gefragt, ob er ein Technologieskeptiker sei. „Und das bin ich gar nicht. Ich bin sehr positiv gegenüber Technologie eingestellt. Aus irgendeinem Grund vermuten Leute in Science Fiction oft eine versteckte Botschaft über Technologie. Aber für mich ist es einfach nur gute Unterhaltung.“

Staunen wie ein Kind

Eine wichtige Rolle spielen in seiner Arbeit auch Kinder: „Sie haben noch einen unverfälschten Blick auf die Welt“, meint Stålenhag, der mit seinen Bildern auch bei Erwachsenen eine Art kindliche Faszination auslösen will.

„Wenn man ein gewöhnliches Setting nimmt und anstelle eines alten Autos einfach einen Roboter zeichnet, dann sehen Erwachsene das Bild mit demselben Staunen wie ein Kind.“

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