Kultur
28.12.2017

Königin Victoria hat den Baby Blues

Die Geschichte um Queen Victoria geht auf Sky in die zweite Staffel. Es wird wieder royal gestritten.

Dass sich Familie und Karriere, Beruf und Berufung, Kind Kegel und eine 40-Stunden-Woche nicht immer so einfach in Einklang bringen lassen, wie es einem die "Power-Frauen" dieses Universums via Boulevard gerne ausrichten, ist naheliegend. Ja, selbst wenn einer Frau ein Königshaus inklusive Nannys und Butler zur Verfügung stehen, müssen Prioritäten gesetzt werden. Das muss auch die junge Queen Victoria (Jenna Coleman) in der zweiten Staffel der Serie "Victoria" zur Kenntnis nehmen. Selbst noch ein Teenager, gebärt sie nach der Thronbesteigung und der Hochzeit mit Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Tom Hughes) ihr erstes Kind. Schon kurz nach der Geburt wendet sich die Königin wieder dem royalen Alltag zu. Nicht ohne Grund: Sie hegt den Verdacht, dass ihr Mann Albert wichtige Informationen über den Konflikt in Afghanistan zurückhält.

Wer die erste Staffel gesehen hat, kann sich vorstellen, dass Victoria darüber nicht gerade "amused" ist. Denn sie will regieren und sich abseits ihrer Rolle als Mutter, der sie anfangs nur wenig abgewinnen kann, als Königin einen Namen machen. Sie hat den Baby Blues und "sehnt sich nach Arbeit, nach Abwechslung, pocht auf ihre Führungsrolle und will sich nicht von ihrem Mann Albert vertreten lassen", sagt Jenna Coleman im KURIER-Interview.

In den neuen Folgen der opulenten wie unterhaltsamen Seifenoper steht die junge Monarchin vor der großen Herausforderung: Ihr Familienleben mit den königlichen Verpflichtungen zu vereinen – definitiv kein Zuckerschlecken. Hinzu kommen die Armut im eigenen Land und eine Hungersnot in Irland.

Ehekrach

Die zweite Staffel mit acht Episoden und einem "Christmas Special" wurde vom britischen TV-Sender ITV produziert und ist hierzulande seit 25.12. via Sky abrufbar. Das Drehbuch lieferte erneut die Autorin Daisy Goodwin. Die Britin, die Geschichte studierte, forschte akribisch in der Vergangenheit und griff auf die Tagebücher von Victoria zurück, "um einen intimen und ehrlichen Einblick in das Leben der Königin zu ermöglichen", sagt Goodwin.Die Geschichte wird bei "Victoria" nicht umgeschrieben, "trotzdem wurden Teile herausgepickt, mit denen wir uns intensiver auseinandersetzen", sagt Tom Hughes, der Prinz Albert spielt. "Oftmals hätte ich Albert gerne Fragen gestellt, mich mit ihm abgesprochen, aber da das nicht möglich war, konnte ich nur versuchen, die Erzählungen richtig zu interpretieren." Für Jena Coleman war Albert so etwas wie "der Steve Jobs des Viktorianischen Zeitalters". Charakterlich seien er und Victoria sehr gegensätzlich gewesen. "Sie waren wie Yin und Yang", sagt Coleman. Die Beziehung zwischen den beiden basierte vor allem auf physischer Natur. Und sie war extrem: Tränen und Wutanfälle gehörten zum Alltag. "Ich mag diese impulsive Seite an Victoria", sagt Coleman, die sich damit auch die neun gemeinsamen Kinder erklärt. Denn nach dem Streit ist vor dem Versöhnungssex.

Info: "Victoria" – Staffel zwei können Sie auf Sky 1, Sky On Demand, Sky Go und Sky Ticket sehen (www.sky.at).