© WIENER STAATSOPER/MICHAEL PÖHN

Kultur
06/09/2020

Endlich wieder (in der) Wiener Staatsoper

Günther Groissböck eröffnet Konzertreihe (Von Susanne Zobl).

Sehr bescheiden sei der Neubeginn, brachte Günther Groissböck die Situation den nach dem Lockdown zu Beginn seines Liederabends an Wiener Staatsoper auf den Punkt. Keineswegs bescheiden aber war sein Programm mit siebzehn Liedern von Franz Schubert, Carl Loewe und Gustav Mahler.

In Wiesbaden war er der erste, der mit dem dortigen Intendanten Uwe Eric Laufenberg den Spielbetrieb wieder aufnahm. Im Haus am Ring las Laufenberg zwischen den Lied-Blöcken Gedichte von Schiller und Brecht.

Bereits im März hatte Groissböck im KURIER-Interview seine Sorge über die Zeit nach der Ausgangssperre ausgedrückt.

Zu Recht, denn seltsam mutete das Szenario im Haus am Ring an. Die Sitze im Parkett sind bis auf hundert abmontiert. Nur ein leises, elektrisches Surren war hörbar. Doch dann kam Groissböck, sang von Aufbegehren und Demut, von Hoffnung und Sehnsucht, ließ vor dem Eisernen Vorhang Mikrokosmen entstehen, war etwa Schuberts „Schiffer“, der mit seinem Leben hadert. Alexandra Goloubitskaia war ihm dabei eine zuverlässige Begleiterin am Klavier.

Beachtlich, wie er nach diesem Gewaltakt noch für Mahlers „Urlicht“ die Kraft hatte. Das Virus verhinderte sein Debüt als Göttervater in Wagners „Ring“ in Bayreuth, das kommt nun in der nächsten Saison an der Wiener Staatsoper, wenn auch nur in der „Walküre“. Einen Ausblick darauf gab er mit der Zugabe, „Wotans Abschied von Brünnhilde“. Mit einer Intensität ließ Groissböck die Oper wieder zu dem werden, was sie ist. Atemberaubend schloss er mit Schumanns „Grenadieren“. Stehende Ovationen.

 

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