© Liquid Loft

Kultur
08/01/2021

Choreograf Haring: "Immer auf der Suche nach dem Gesamtkunstwerk“

Chris Haring/Liquid Loft zeigen „Still/Stranger Than Paradise“ im Rahmen des Festivals ImPulsTanz.

von Peter Jarolin

Er ist einer der bedeutendsten Choreografen der Gegenwart, ist regelmäßiger Gast beim Festival ImPulsTanz, hat unzählige Meisterwerke kreiert, und wurde etwa mit dem Goldenen Löwen der Tanzbiennale Venedig ausgezeichnet. Denn der Österreicher Chris Haring schafft in seinen Arbeiten das scheinbar Unmögliche: Tanz, Film, bildende Kunst und Literatur fügen sich zu einer genialen Symbiose – das Beste aus allen kulturellen Welten mit enormer Strahlkraft.

Zwei Ebenen

Auch heuer ist Haring mit seiner Gruppe Liquid Loft wieder bei ImPulsTanz dabei. „Still/Stranger Than Paradise“ nennt sich das neue Projekt, das am 12. August (19. 30 Uhr) und 14. August (21 Uhr) im Wiener MuTh zu erleben ist. Hier trifft Live-Performance auf großes Kino, denn dieses Stück wurde Pandemie-bedingt zweigeteilt, wie Chris Haring im KURIER-Interview bekennt: „Es war immer klar, dass wir zuerst den Film machen, der sich von dem gleichnamigen Film ,Stranger Than Paradise’ nur den Titel ausgeborgt hat. Wir wollten dem Film niemals linear folgen, sondern das Gefühl, die Emotionen, die Regisseur Jim Jarmusch da eingefangen hat, auf die Leinwand transportieren. Dazu hätte vergangenes Jahr auch die Live-Performance stattfinden sollen, die jedoch abgesagt wurde. Aber wir hatten immerhin den Film und haben ihn als Video-on-Demand angeboten, doch jetzt kommt endlich auch das Live-Erlebnis.“

Sich selbst sieht Haring in diesem Kreativ-Prozess als denjenigen, „der hoffentlich die Übersicht auf den beiden Ebenen behalten wird“.

Doch welche Filme inspirieren Haring? Lachend: „Alles von David Lynch, der geht immer. Natürlich Jim Jarmusch, Andy Warhol, Agnès Varda und viele, viele mehr. Ich hatte ja seit Ausbruch der Pandemie noch mehr Zeit, um in allles Mögliche rein zu kippen. Das fasziniert mich so am Film, diese Nähe der Kamera, dieses nahe Herangehen in diesem Mirko, -oder Makrokosmos.“

Haring weiter: „Das ist auf der Bühne schwer herzustellen. Was aber auf der Bühne dazu kommt, ist natürlich dann diese Konzentration, dieses Zusammensein, all diese Menschen, was man im Film wiederum nicht hat. Aber wir sind ja immer auf der Suche nach dem Gesamtkunstwerk.“

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