Eine weibliche Ente im "Kill Bill"-Outfit von Uma Thurman, angeblich die steirische Malerin Marianne Stokes, porträtiert Inge Morath

© Florian Satzinger/Grazer Spielstätten

Kultur
03/15/2021

Cartoons von Florian Satzinger: Das steirische Entenhausen

Die Kasematten in Graz wurden in Corona-Zeiten zum Ausstellungsforum – für "Duckland" von Florian Satzinger

von Thomas Trenkler

Not macht bekanntlich erfinderisch. Aufgrund der Covid-Verordnung darf es weiterhin keine Veranstaltungen geben. Aber die Museen sind geöffnet. Und so erklärte sich die Wiener Staatsoper kurzerhand zum Museum.

Nun haben auch die Bühnen Graz reagiert: Sie funktionierten die Spielstätte Kasematten auf dem Schlossberg in ein Ausstellungshaus um. Unter dem Titel „Duckland“ sind auf drei riesigen Transparenten Cartoons von Florian Satzinger zu sehen, in den Logen darunter gibt es ein paar Erklärungen. Geschäftsführer Bernhard Rinner will also Pop-Kultur auch in Corona-Zeiten erlebbar machen.

Der Grazer Florian Satzinger hat unter anderem für Walt Disney und Warner Bros. gearbeitet: Er animierte Donald Duck, Mickey Mouse, Bugs Bunny und Silvester. Für das Triptychon in den Kasematten machte er Persönlichkeiten und Sagengestalten, die meist einen Steiermark-Bezug haben, zu Figuren von Entenhausen. Man entdeckt also den Drachen von Mixnitz, ausstaffiert mit einem „Feuerspeiapparatus“. Oder Johannes Kepler, der sechs Jahre in Graz lehrte. Oder Wolfgang Amadeus Duck. Warum Satzinger das Salzburger Genie integrierte? Weil das weltweit erste Mozart-Denkmal in Graz errichtet wurde … Dabei hätte es doch so viele echte Steirer gegeben, die eine Parodie verdient hätten – von Jochen Duck über Arnold bis zu Klaus Maria Duck.

Eine der weiblichen Enten soll Marianne Stokes darstellen. Die Grazerin Malerin reüssierte im viktorianischen England, was aber kaum jemand weiß. Auf dem Bild, an dem sie arbeitet, sitzt eine Ente auf einem Lama. Diese sei, liest man, Inge Morath. Denn die in Graz geborene Fotografin ist für ihren Schnappschuss eines Lamas berühmt, das den Kopf aus dem Fenster eines Autos streckt.

Man entdeckt auch Donald in seinem 313er. Allerdings ist dieses völlig verfettet. Satzinger spielt auf die „fat cars“ des steirischen Bildhauers Erwin Wurm an. Statt der Matrosenmütze trägt Donald eine Banane, fixiert mit Klebeband. Diese wiederum verweist auf eine sehr gewitzte Installation des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan bei der Art Basel.

Man muss also schon einiges wissen, um die Bilder dechiffrieren zu können. Man kann aber auch ganz einfach Spaß haben.

Bis 18. April, täglich außer Montag 13 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr. FFP2-Maskenpflicht, „Reintesten“ ist nicht erforderlich. Eintritt: 3 Euro inkl. Benützung der Schlossbergbahn (um 2,50 Euro), Kinder bis 6 Jahre gratis.

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