Überraschende Wendung im Beckham-Familienstreit: "Nationale Tragödie"

Eine Frau mit langen, braunen Haaren trägt ein elegantes, cremefarbenes Kostüm mit Bluse und Rock.
Fans sprechen vom "Plot-Twist des Jahres": Nach der öffentlichen Distanzierung ihres Sohnes erreicht Victorias Solosingle Platz 1 der Charts – 25 Jahre nach der Veröffentlichung.

Das hat wohl niemand kommen sehen: Nachdem Brooklyn Beckham Anfang der Woche öffentlich auf Instagram ordentlich gegen seine Eltern und insbesondere gegen seine Mutter Victoria Beckham austeilte (mehr dazu lesen Sie hier), kristallisiert sich nun deutlich heraus, wer zumindest beruflich am meisten vom medial ausgetragenen Zwist profitiert. 

Der Sieger ist nicht Brooklyn – und auch nicht seine Ehefrau Nicola Peltz, die angeblich sogar selbst hinter Brooklyns Anti-Beckham-Manifest stecken soll. Es ist Mama Victoria, hinter der die Fans gesammelt stehen. Die Beliebtheitswerte der 51-Jährigen schossen inmitten des Streits nach oben – und plötzlich ist die Designerin so angesagt wie schon lange nicht mehr. Indirekt verhalf ihr der abtrünnige Sohn sogar zur Wiederbelebung ihrer alten Karriere – und einem Erfolg, der 25 Jahre auf sich warten ließ. 

Sieht so aus, als wäre es Victoria Beckham, die zuletzt lacht – würde sie lachen.

Victoria erstmal auf Platz 1 der Charts

Denn Fans scheinen sich plötzlich an Victorias Vergangenheit als Spice Girl erinnert zu haben – und somit daran, dass die glamouröse Britin eigentlich als Sängerin ihre Karriere begann. 2001 veröffentlichte sie ihre erste Single aus ihrem nach ihr benannten Soloalbum: 

"Not Such An Innocent Girl" erreichte damals Platz 6 in den britischen Charts und war somit der einzige Song eines Solo-Spice-Girls, der es nicht an die Chartsspitze schaffte. Da auch weder das Album noch die Folgesingles (gemessen am damaligen Mega-Erfolg der Spice Girls) verkaufstechnisch nicht überzeugten, nahm Victorias Karriere als Solokünstlerin bald ein jähes Ende.

"Eine nationale Tragödie", wird jetzt (mit einem Augenzwinkern) in den sozialen Medien gepostet – und Fans hievten prompt den Song auf Platz 1 der britischen und irischen iTunes-Charts. Und auch in anderen Ländern, beispielsweise in Brasilien, ist er in den Top 10 zu finden. Somit darf sich Victoria "Posh Spice" Beckham 25 Jahre nach der Veröffentlichung über ihren ersten Platz 1-Hit freuen – ein Phänomen, das bisher nur Superstar Mariah Carey mit "All I want for Christmas" gelang. 

Ein Beweis des Kultcharakters von "Lady Beckham" – aller jahrzehntelanger Unkenrufe zum Trotz.

Wie kam es zur Renaissance von Victorias Gesangskarriere?

Doch wie ist der späte Chartserfolg zu erklären? 

Obwohl beispielsweise die Süddeutsche Zeitung erst vor kurzem darüber berichtete, dass im Beckham-Familienstreit – neben Nicola Peltz – Victoria Beckham zum Feindbild hochstilisiert und somit "das Feindbild Frau" einmal mehr in der Öffentlichkeit bedient werden würde, solidarisiert sich mittlerweile ein Großteil der User in den sozialen Medien mit der 51-Jährigen. Eine Mutter habe es nicht verdient, dass sich ein Sohn öffentlich gegen sie stellt, lautet der Konsens – und Brooklyn muss sich einmal mehr dem Vorwurf eines verwöhnten und undankbaren Nepo-Babys stellen. Sein Image erlitt in den vergangenen Tagen erheblichen Schaden. 

Vor allem für Belustigung sorgt aber Brooklyns Vorwurf, Mama Victoria hätte ihm und Peltz den Eröffnungstanz bei ihrer Hochzeit "gestohlen" und dabei "unangemessen" mit ihrem Sohn vor den knapp 500 Gästen getanzt. In Windeseile erblickten zahlreiche Memes mit einer tanzenden Victoria und einem geschockt dreinblickenden Ehepaar das Licht der (sozialen Medien-)Welt – großteils liebevoll neckend und dabei Victoria unterstützend. 

Kurz: Victoria Beckham wird als "Hochzeitstanz-Crasherin" gefeiert und erlangt somit auch bei der (ganz) jungen Generation neue Bekanntheit. Manche dieser Memes wurden mit dem Song "Not Such An Innocent" unterlegt, was zusätzlich zum neuen Chartserfolg beigetragen haben dürfte.

"Nationale Tragödie: Vorbei"

Die Memes scheinen bei Fans nostalgische Erinnerungen an Posh Spice ausgelöst zu haben. Prompt entstand auf Instagram die Bewegung #PoshToTheTop – ein Aufruf also, Victoria Beckhams Song "Not Such An Innocent Girl" downzuloaden und auf Platz 1 zu hieven. Dass man damit allerdings tatsächlich Erfolg haben würde, damit hätte wohl niemand gerechnet. 

"Nichts verkörpert die britische Kultur so sehr wie die Entscheidung, Posh an die Spitze der Charts zu schicken, weil ihr Sohn sie auf Instagram fertiggemacht hat", heißt es im Aufruf. "Stellt euch nur mal die Gesichter der beiden vor!"

Nachdem das Ziel tatsächlich erreicht wurde, schrieb ein Fan außer sich vor Freude: "WIR HABEN ES TATSÄCHLICH GESCHAFFT!  Posh Spice hat endlich ihren Solo-Hit auf Platz 1 und das Universum ist endlich wieder im Gleichgewicht. Der Beweis, dass man das britische Publikum niemals unterschätzen sollte, wenn wir uns mal so richtig in etwas verbeißen." Und weiter: "Vom Roast an die Spitze der Charts: VICTORIA, WIR LIEBEN DICH! Geschichte wurde geschrieben. Nationale Tragödie: VORBEI."

Victoria Beckham selbst hat sich zum überraschenden Platz 1-Hit noch nicht geäußert. Auch Sohn Brooklyn schweigt – wohl auch aus Wut und Enttäuschung: denn einmal mehr hat seine Mama ihm die Show gestohlen. Diesmal sogar weit weg von der Hochzeits-Tanzfläche.

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