Womit verdient(e) Brooklyn Beckham eigentlich sein Geld?

Brooklyn Beckham auf dem roten Teppich der Met Gala in New York City.
Bereits sein gesamtes Leben muss sich Brooklyn dem Vorwurf des Nepotismus stellen. Nun möchte er die "Marke Beckham" endgültig hinter sich lassen.

Brooklyn Beckham, ältester Spross von David und Victoria Beckham, sorgt aktuell weltweit für Schlagzeilen. Der 26-Jährige teilte auf Instagram in Form von gleich sechs (zeitlich begrenzt aufrufbaren) Postings gnadenlos gegen seine Eltern aus und nahm sich dabei kein Blatt vor den Mund – mehr davon lesen Sie hier. 

Eine Versöhnung zwischen ihm und dem Rest der Familie scheint damit also in (sehr) weite Ferne gerückt zu sein. Hört man sich in den sozialen Medien um und liest User-Kommentare, fällt auf: Die "Causa Beckham" sorgt für Diskussionen und spaltet die (Gossip-)Fangemeinde. 

Während die einen auf der Seite des Sohnemanns stehen und ihm dazu gratulieren, sich endlich vom "Kontrollwahn" seiner Eltern befreit zu haben, stehen die anderen den von Brooklyn geschriebenen Zeilen kritisch gegenüber. Wenn ein ruinierter Hochzeitstanz und eine Änderung beim Hochzeitskleid der Ehefrau die einzigen Probleme dieses jungen Mannes seien, könne er sich glücklich schätzen, heißt es da beispielsweise. Vermehrt liest man von wenig Schmeichelhaftem wie "verwöhnt", "realitätsfern" und "Nepo-Baby".

Mit letzt genanntem Vorwurf muss sich Brooklyn Beckham schon seit vielen Jahren herumschlagen. Denn immer wieder kommt die Frage auf: Mit welcher Tätigkeit verdient der priviligierte Promi-Sohn eigentlich sein Geld? Hat er eine eigene Karriere, abseits seines Status, "der Sohn von Victoria und David Beckham" zu sein? Ist er tatsächlich die Personifizierung eines "Nepo-Babys"?

Die Antwort ist, wie so oft, kompliziert.

Fußballer und Model

Brooklyn stand von Beginn an im Rampenlicht, Mutter Victoria ließ sich mit dem Neugeborenen für Magazine fotografieren, die Paparazzi waren dem damals jungen Glamour-Paar ständig auf den Fersen.

Ein erster Versuch, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, endete für Brooklyn mit einem Rückzug. Er spielt einige Zeit in der Jugendakademie von Arsenal, verließ den Verein jedoch mit 15 Jahren. Angeblich sollen die ewigen Vergleiche mit dem berühmten und talentierten Papa zu viel für den Jugendlichen gewesen sein, heißt es. Parallel aber begann er, als Model zu arbeiten und erschien in Magazinen wie dem Magazin Interview und der Vogue China – wohl vor allem aufgrund seines bekannten Nachnamens.

Doch in Interviews rüsteten sich Victoria und David stets damit, ihre Kinder nicht verwöhnen zu wollen und sie auf das "echte Leben" vorzubereiten. Vielleicht auch deshalb nahm Brooklyn im Jugendalter einen Wochenend-Job in einem Londoner Café an. Bedenkt man sein aktuelles Posting, das von Themen wie "Befreiung" und "Selbstbestimmung" dominiert wird, könnte dies auch ein erster Schritt gewesen sein, sich von der glamourösen Welt seiner Eltern zu distanzieren und als eigene Persönlichkeit wahrgenommen zu werden.

Versuche als Fotograf

Brooklyns kreative Seite zeigte sich ab 2017, als er von London nach New York zog, um an der Parsons School of Design Fotografie zu studieren. Doch das Studium hielt nicht lange: Nach weniger als einem Jahr brach er ab und kehrte nach Hause zurück, offiziell aus Heimweh. 

Dennoch bekam Brooklyn Chancen, die besonders aufgrund seines Alters und seiner quasi nicht existenten Berufserfahrung besonders außergewöhnlich erscheinen: Er fotografierte eine Kampagne für das Luxuslabel Burberry, absolvierte ein Praktikum bei Rankin und veröffentlichte seinen eigenen Bildband "What I See" – was in der Öffentlichkeit massive Kritik nach sich zog.

Auch der Bildband selbst wurde aufgrund unscharfer Aufnahmen und wenig inspirierende Bildunterschriften belächelt und fiel in Folge bei Kritikern und Fans durch. "What I See" wurde zum Ladenhüter. Brooklyns Karriere als Fotograf nahm damit ein jähes Ende.

Leidenschaftlicher (Amateur-)Koch

Doch Brooklyn brauchte nicht lange, um gedemütigt seine Wunden zu lecken. Angetrieben vom in ihm nagenden Wunsch, nicht nur für seine Herkunft bekannt zu sein, wechselte er kurzerhand die Branche und wagte einen beruflichen Neuanfang – was kühner klingt, als es tatsächlich war, denn um Geld musste sich der junge Erwachsene immerhin seit seiner Geburt keine Gedanken machen.

2021 versuchte sich Brooklyn also als Koch und startete die Online-Show "Cookin’ with Brooklyn" (zu sehen beispielsweise auf Facebook) – nur für jene überraschend, die mit den Beckhams nicht viel am Hut haben. Immerhin ist auch Papa David begeisterter Hobby-Koch und dürfte seinem Sprössling die Leidenschaft weiter vererbt haben. 

Doch auch Brooklyns Künste in der Küche gingen über (wenn auch bemühten) Amateur-Fähigkeiten nicht hinaus, erneut war seine Show heftiger Kritik ausgesetzt und das Image des "Nepo-Babys" wurde lauter. Regelmäßig wurde ihm vorgeworfen, seine Rezepte seien einfallslos und so banal, dass selbst ein Kind sie ohne großen Aufwand zubereiten könnte – ein Beispiel: die Hauptingredienz seiner Lasagne-Kreation war eine Tüte vegane Fleischalternative aus dem Supermarkt. 

Berichte zufolge soll ein Team von 62 Personen für die Produktion der Show zuständig gewesen sein soll, eine Folge soll rund 100.000 Dollar gekostet haben – der maue Inhalt der Koch-Sendung würde diese hohen Kosten allerdings nicht rechtertigen, unkten Kritiker. Und auch die hauseigene auf den Markt gebrachte scharfe Sauce "Cloud 23" wurde zum Flop. 

Anfang 2024 schloss sich Brooklyn mit dem Lebensmittellieferanten UberEats zusammen, um für zwei Tage ein Pop-up-Restaurant im Osten Londons zu eröffnen. Er versuchte also, seine kulinarische Geschäftsidee zu erweitern und den Sprung vom Online-Koch zum respektierten Kulinarik-Kenner zu schaffen. Angeboten wurden Snacks als auch aufwändigere Speisen, wie zum Beispiel ein "Dim Sum"-Gericht nach chinesischer Art oder auch "Wagyu Beef Bolognese". Doch auch hier stieß Brooklyn auf Widerstand, statt Lob und Begeisterung gab es Häme, Spott und die bereits altbekannten "Nepo-Baby"-Unkenrufe.

So ganz hat sich Brooklyn aber von seinem Herzenswunsch, Koch zu sein, noch nicht verabschiedet. Aktuell postet er immer noch regelmäßig Kochvideos auf Instagram, seine Show scheint jedoch Geschichte zu sein. "Cloud 23" bewirbt er auf Instagram aber nach wie vor.

Verzweifelte Suche nach dem eigenen Selbst

Und heute? Brooklyn Beckham macht seit geraumer Zeit vor allem als Ehemann von Nicola Peltz Schlagzeilen, Schauspielerin und Tochter von Billionär Nelson Peltz – und als Sohn von Victoria und David Beckham. Trotz aller engagierten – und verzweifelten – Versuche, das eigen Selbst nicht nur zu finden, sondern auch öffentlichkeitswirksam zu formen, wird die Narrative über Brooklyn Beckham nach wie vor von zwei Aspekten bestimmt: seiner Familie und dem Vermögen, von dem er seit seiner Geburt umgeben ist, nun immerhin auch dank seiner steinreichen Schwiegereltern. Anders ausgedrückt: Nun lebt Brooklyn nicht mehr vom Reichtum seiner Eltern, sondern seiner Schwiegereltern. 

Ob es der 26-Jährige tatsächlich schafft, die "Marke Beckham" hinter sich zu lassen und sich davon zu lösen, bleibt abzuwarten. Wie schwer es fällt, die "Firma Familie", die "nach klaren Regeln [funktioniert]: Familie ist Liebe, Liebe ist Sichtbarkeit, Sichtbarkeit ist Pflicht" (wie Der Standard treffend formuliert), hat man bereits bei Harry und Meghan gesehen. Nach der Kündigung ist die Jobsuche im goldenen Käfig also weiterhin im Gange.

Apropos Sichtbarkeit und Content: Zeitgleich zu Brooklyns Abrechnung mit seinen Eltern machte sein jüngerer Bruder Cruz auf Instagram Werbung für seinen Auftritt Ende März im Courtyard Theatre in London. Der 20-Jährige versucht sich nämlich als Musiker. Mama Victoria hat den Beitrag bereits geliked.

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