Paul Buschnegg von der österreichischen Band Pauls Jets.

© Flora Fee

Kultur
12/11/2020

"AUTPUT": Porträt-Serie über die österreichische Musikszene

Das Projekt AUTPUT will die Österreichische Musikszene fördern und einen neuen, spielerischen Zugang zum Künstlerporträt entwickeln.

von Marco Weise

Emely "Emy" Mair und Flora Fee Maryrhofer, zwei junge Wienerinnen, haben heute, Freitag, ihr Projekt mit dem Namen "AUTPUT" gestartet. Der Ort und Kanal für ihre Idee ist YouTube, wo das erste gemeinsame Video ab sofort abrufbar ist. Entstehen soll daraus eine Porträt-Serie über die zahlreichen Protagonisten der heimischen Musikszene.

Den Anfang (Folge 1) macht Paul von Pauls Jets. Er führt durch sein Grätzl am Kardinal-Nagl Platz und bittet zu sich nach Hause.

Der KURIER hat bei Emy und Flora nachgefragt, was genau hinter dem Konzept "AUTPUT" steckt.

KURIER: Folgen die Videos, die Beiträge über die KünstlerInnen immer dem selben Schema?
Flora: Für unsere Videos gibt es nur eine Voraussetzung: die Entstehung eines Porträts der Musikerinnen und Musiker, welches auch einen Song beinhaltet. Die Ausdrucksform des Videos und die Präsentation des Songs ist immer anders. Gemeinsam mit den Künstlern finden wir eine Form, welche dem jeweiligen Stil und Ausdruck entspricht oder eben damit spielt.

Was genau wollt ihr mit den Video erreichen, das Ziel dahinter?
Emy: Die Serie will die Österreichische Musikszene über die Grenzen Österreichs bringen. Außerdem wollen wir einen neuen, spielerischen Zugang zum Künstlerporträt, zur Präsentation von Musikern und Musikerinnen schaffen.

Wie ist das Projekt entstanden? 
Emy: Wir hatten das Gefühl, dass Österreichs Musikszene zu wenig Aufmerksamkeit von außen bekommt. AUTPUT wurde daher gestartet, um die Szene auch anderen Ländern vorzustellen. Mit einem immer neuen Format, welches die verschiedenen Künstlerinnen und Künstler in den Entstehungsprozess mit einbezieht, entstehen Videos, die persönlich, kreativ, spannend sind und eine neue Sichtweise auf die Musikerinnen und Musiker und ihr Schaffen wirft.

Macht ihr das gemeinsam, oder hilft da noch jemand mit?
Flora: Wir, als Produktion Produktion, produzieren die Videos und haben bei den bisherigen Videos auch die Regie übernommen. Für jedes Video stellen wir ein neues Team zusammen, je nachdem, was und wen wir für das Video brauchen. Das Video mit Paul von Pauls Jets war von Anfang an in einer Selfmademan Ästhetik geplant, die der von Pauls Jets ähneln sollte. Wir haben fast alles, Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt selbst gemacht und uns für den Ton Unterstützung geholt.

Wie viel davon ist am Beispiel von Pauls Video inszeniert?
Flora: Am Anfang des Videos sieht man den Kardinal-Nagl Platz, Paul sitzt am Würstelstand und taggt mit Tippex an die Wand. Diese Szenen wurden von uns inszeniert, Paul schlüpft in die Rollen typischer Parkbesucher. Er nimmt uns mit in seine Wohnung, wir fahren mit dem Aufzug er öffnet die Türe. Die folgenden Szenen bei ihm zu Hause sind spontan entstanden. Er macht seinen Abwasch, liegt mit dem Handy am Teppich, spielt Gitarre oder schaut sich einen Film an.

Emy: Wir waren einfach dabei und haben mitgenommen, was da war. Gemeinsam mit Paul und Marcus Wagner haben wir im Anschluss einen Text über Paul in seiner Wohnung geschrieben. Wir finden, dass die Wohnung, mit der Ansammlung an schrägen Gegenständen, der Mischung aus poetischen Büchern und lustigen Funden und die vielen verspielten Details Pauls Musik ganz gut reflektiert. 

Ist das mit Paul von Pauls Jets das erste Video, wann kommen die anderen?
Flora: Ja, das Video mit Paul von Pauls Jets ist unser erstes Video. Die Videos werden im Monatstakt veröffentlicht.

Ihr schreibt im Pressetext, dass "vom journalistischen Zugang" abwendet. Wie ist das zu verstehen?
Emy: Unter dem „journalistischen Zugang“ verstehen wir die Form eines Porträts, welches meistens durch ein Interview oder einen Artikel über Künstler funktioniert. Oft ist das ein sehr einseitiger Prozess, bei dem die Künstler*innen zum Beispiel durch die Fragestellung in eine bestimmte Richtung geleitet wird.

Flora: Wir beziehen die Künstler in den Entstehungsprozess mit ein, und machen keine Arbeit über sie, sondern mit ihnen. Durch das offene Format können wir mit der schon vorhandenen Selbstdarstellung der Künstlerpersönlichkeiten spielen und finden eine Ausdrucksform, die KünstlerIn und Musik entspricht. Durch die Videos werden Erweiterungen geschaffen, eine neue Seite gezeigt, ein spannender, unerwarteter Einblick, ein ungewohntes Kennenlernen. Von Alltagsgeschichten über abstrakte Experimentalkurzfilme bis zur feministischen Zaubershow.

Warum gerade MusikerInnen? 
Flora: Emy sagt immer so schön – no Music no life! Auch wenn das banal klingt, lässt uns Musik lebendig fühlen, bringt uns an andere Orte, schenkt uns Stimmungen, Gefühle, reflektiert das Leben durch Klänge und Sprache und bringt uns zum tanzen. Aufgrund des Lockdowns war es uns eine Herzensangelegenheit die Musiker und Musikerinnen, die plötzlich keine Konzerte mehr spielen konnten, trotzdem einem neuen Publikum vorzustellen. 

Alltagsgeschichten mit Paul von Pauls Jets:

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