Rabinowich geht essen: Wo die Gams den Perseiden gute Nacht sagt

Die Spatzen pfeifen es aus den Gartenhecken: Bad Ischl ist ein Fixstern meines Schreibens, seit Jahren.
Julya Rabinowich

Julya Rabinowich

Der Sommer ist sehr groß und treibt einen aus der Großstadt hinaus, weil Concrete Jungle cool sein mag, aber nicht bei dreißig Grad im Schatten. Da zieht es einen in die Berge, an schwindende Gletscher, zu kühlen Bergbächen und einem unfassbar riesigen, unfassbar guten gerührten Eiskaffee mit unfassbar beeindruckendem Kaffeelikör, der in Zeitlupe durch das Eissediment herabsinkt und den man ebenso unfassbar gerührt am Ufer der Traun einnimmt, im Baumschatten beim Zauner, in Bad Ischl. Hier gibt es Erdbeerrouladen, Cremeschnitten, und Russisches Brot, das nicht aus Mehl, sondern aus kandierten Früchten und Nüssen besteht. Wer es traditioneller haben möchte, kann sich ein Konfekt namens Baronesserl zu Gemüte führen. Der Hund bekommt die Eiswaffel, der Laptop brutzelt vor sich hin und der Augenblick ist schön und möge bleiben. Am Nachmittag kann man mit der Gondel auf die Katrin fahren und dort ins Tal herabsehen, unterwegs kann man Gämsen treffen, was ein bisschen selten ist, so wie die Perseiden, und dieses Jahr sogar beides im Doppelpack. Das Erstere im Wald, die Letzteren am geschnitzten Balkon des Goldenen Ochsen, der schönste Ort, den man in Bad Ischl beziehen kann: mit Gastgarten, mit SPA samt elegantem chinesischen Interieur, mit Sauna, Schwimmbecken und einem Frühstück, das einen in seiner Reichhaltigkeit gnadenlos flachlegt.

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