Kuna Windsperger (15) bei ihrem Rekordlauf über 3000 Meter

© Hannes Riedenbauer/StLV

Kiku
07/02/2020

15-jährige Fußballerin bricht auch 33 Jahre alten Laufrekord

KiKu-Gespräch mit Luna Windsperger, Kickerin bei Sturm Graz, Schülerin der dortigen Frauen-Fußballakademie.

von Heinz Wagner

10:27,50 für 3000 Meter. Damit hat kürzlich die 15-jährige Luna Windsperger - auf Instagram @luna.wwind - einen 33 Jahre alten Rekord gebrochen, den für Jugendliche (U16) aus der Steiermark. Damit ist sie übrigens die 12.-beste Zeit der Läuferinnen aller Altersklassen in ganz Österreich – in diesem Jahr – gelaufen. Seit fast einem Jahr lebt die Wienerin in Graz – des Sports wegen. Sie ist Fußballerin beim SK Sturm, trainiert täglich in der dortigen Akademie und besucht die HIB (Höhere Internatsschule des Bundes) Liebenau.

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Zusätzlich Laufbewerbe

„Laufen mach ich noch gar nicht so lange, zum Spaß bin ich schon immer wieder auch bei Wettkämpfen mitgelaufen und habe auch trainiert, aber erst seit vier Monaten trainiere ich gezielt nach Plan“ beim Verein Run2Gether Austria. Ihr Trainer ist Roman Tramoy-Weger, selbst erfolgreicher Langstreckenläufer und mehrfacher österreichischer Staatsmeister im Marathon. Ihre bisher kürzeste Distanz sind 800 Meter, die Kickerin und Läuferin bevorzugt jedoch 3000 bzw. 5000 Meter. „Der Rekord an sich war nicht das Ziel, ich wollte nur unter 10.30 kommen.“

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Ab der Volksschule

Ihre Leidenschaft gehört aber nicht nur der Leichtathletik, sondern vor allem dem Fußball. In der Volksschule stieg sie, motiviert von Ihrem Turnlehrer, in die Mini-Liga ein. „Ich wollt schon länger spielen, es hat mir Spaß gemacht und nach der 4. Klasse hab ich mir dann einen Verein – Altera Porta - gesucht“, erinnert sie sich im Telefonat mit dem Kinder-KURIER an die Basis, die sie letztlich nun nach Graz gebracht hat. Nach der Unterstufe im Akademischen Gymnasium in Wien, war für Luna Windsperger klar, eine Oberstufe mit Schwerpunkt Fußball muss her. „Das Ballsportgymnasium in Wien hat mich von der Schule nicht so überzeugt, in St. Pölten wurde ich nicht genommen, in Graz schon.“ Pech für die ÖFB Frauen-Akademie, die nun auf eine gute Außenverteidigerin verzichten muss. „Hier bei Sturm ist alles sehr professionell, die Sportplätze sind gut, auch die Schule und das Internat sind einfach gut. Es passt perfekt.“

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Viel Selbstständigkeit gelernt

Wegziehen aus Wien und von den Eltern – war das eine einfache Entscheidung?
Für mich schon, für die Fußballausbildung hab ich das gern in Kauf genommen. Außerdem lernst du extrem viel, selbstständig zu sein, alleine klar zu kommen.

Anfangs sei es schon ein bisschen schwer gewesen, so ganz allein, „ich hab niemanden gekannt, aber jetzt geht’s eigentlich voll gut“.

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Internat geschlossen

Im Internat leben ein gutes Dutzend Fußballerinnen und andere Sportlerinnen, die verschiedene Schulen besuchen. Internat, Schulen und Vereine hängen nicht zusammen, arbeiten jedoch perfekt zusammen, um die duale Ausbildung Schule und Sport zu koordinieren.

Natürlich hatte Corona auch hier krasse Folgen. Das Internat musste geschlossen werden, an gemeinsames Training war sowieso nicht zu denken. Die Kickerin übersiedelte vorübergehend wieder zu den Eltern nach Wien. Mit im Gepäck Trainingspläne. „Einerseits haben wir von der Fußball-Trainern Pläne bekommen für Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht, das man zu Hause machen kann und auch Übungen für Ausdauer, Schnelligkeit und Sprungkraft. Und ich hab mir selber zusätzlich Anregungen für weiteres Training im Internet geholt, um die Technik zu trainieren.“ Auch der Lauftrainer hat ihr Trainingspläne mitgegeben, welche natürlich angepasst wurden.

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Training vor Internat

Das Training in der Akademie hat aber dann früher begonnen als das Internat geöffnet hatte. „Da ist mein Papa mit mir für drei Wochen in eine Wohnung gezogen, die wir von Freunden ausgeborgt haben.“

Die Jugendlichen spielen mit der zweiten Akademie-Frauschaft in der Future League in der Future League und lagen vor Abbruch der Meisterschaft auf Platz 4 der Österreich-Tabelle, die STrum-Graz-Damen übrigens auf Platz 3 in der Planet Pure Frauen Bundesliga. Ziel der 15-Jährigen ist definitiv, Profifußballerin zu werden – idealerweise auch im Ausland. Und nach der Profikarriere gehen weitere Berufspläne auch in sportnahe Bereiche, „zum Beispiel Physiotherapie, aber da ist noch viel offen“.

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