Gesund
23.10.2018

Selma Blair hat Multiple Sklerose: Wie Betroffene mit der Krankheit leben

Die Schauspielerin gab bekannt, dass sie unter der Autommunkrankheit leidet. Wie sich MS äußert und wie sie therapiert wird.

"Ich bin behindert. Ich falle manchmal. Ich lasse Sachen fallen. Meine Erinnerung ist neblig. Und meine linke Seite fragt nach Anweisungen von einem beschädigten Navigationssystem...Ich habe MS und ich bin OK" – mit diesen Worten gab US-Schauspielerin Selma Blair am Sonntag auf Instagram bekannt, dass sie an Multipler Sklerose (MS) erkrankt ist, der KURIER berichtete.

Die Schauspielerin ist eine von weltweit rund 2,5 Millionen Menschen, die von MS betroffen sind. Dabei handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der körpereigene Immunzellen die Ummantelung der Nervenfasern (Myelin) in Gehirn und Rückenmark angreifen. Die Übertragung der elektrischen Nervensignale wird verlangsamt beziehungsweise blockiert, sodass Informationen an die Muskeln nur langsam weitergeleitet werden beziehungsweise der Informationsfluss unterbrochen wird.

Sehstörungen bis Lähmungen

Die Symptome können vielfältig sein. Dazu zählen etwa Sehstörungen wie Schleiersehen oder Doppelbilder, Gefühlsstörungen, Gleichgewichts- und Gangstörungen sowie eine Schwäche von Arm und/oder Bein oder einer gesamten Körperhälfte. Es kann auch zu sexuellen Funktionsstörungen, Taubheitsgefühlen und Lähmungen sowie zu Entleerungsstörungen von Blase und Darm kommen.

In Österreich haben rund 12.000 Menschen Multiple Sklerose, pro Jahr kommen 350 bis 400 Neuerkrankungen hinzu. Die meisten sind bei der Diagnose zwischen 20 und 40 Jahre alt. Frauen sind deutlich häufiger von der Autoimmunerkrankung betroffen als Männer – auf einen an MS erkrankten Mann kommen bis zu drei Frauen. Bei circa 90 Prozent der Betroffenen nimmt die Krankheit einen schubförmigen Verlauf. Regelmäßiges Rauchen erhöhte das Risiko.

Ursachen ungeklärt

Was dazu führt, dass Menschen Multiple Sklerose entwickeln, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Nachgewiesen ist, dass es eine erbliche Veranlagung für die Krankheit gibt. Von 100 Kindern von MS-Erkrankten, entwickelt im Schnitt eines Multiple Sklerose. Dass Infektionen das Auftreten der Krankheit begünstigen, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Mögliche Risikofaktoren für Krankheitsschübe sind körperliche und psychische Belastungen sowie Umwelteinflüsse, etwa die Sonneneinstrahlung und der damit zusammenhängende Vitamin-D-Stoffwechsel.

Bisher ist Multiple Sklerose nicht heilbar. Sie kann aber mit modernen Therapien insoweit behandelt werden, dass die Lebensqualität möglichst erhalten wird. Ziel der Therapie ist, die Häufigkeit und Stärke von Schüben sowie Schmerzen möglichst gering zu halten. Neben medikamentöser Therapie können mithilfe Physio- und Ergotherapie sowie neuropsychologischer Therapie Körperfunktionen wie Gehbehinderungen möglichst erhalten werden. Studien zeigen, dass die Lebenserwartung Betroffener in den vergangenen Jahren gestiegen ist.