Gesundheitsalk, Multiple Sklerose

© KURIER/Franz Gruber

KURIER-Gesundheitstalk
02/26/2016

Stress, Viren, Gene – Multiple Sklerose hat viele Ursachen

Welche Faktoren die Erkrankung begünstigen und worauf jeder achten kann. Video und Nachbericht vom KURIER-Gesundheitstalk.

von Laila Daneshmandi

Bei dieser Krankheit gibt es viele offene Fragen – doch einige können schon klar beantwortet werden. Das zeigte sich Mittwochabend beim KURIER-Gesundheitstalk zum Thema "Multiple Sklerose" im Van-Swieten-Saal der MedUni Wien.

Hier die Veranstaltung zum Nachsehen:

So gibt es etwa immer mehr Erkenntnisse zu den Ursachen für die Autoimmunerkrankung, die meist schubweise für neuronale Ausfälle wie Seh- oder Gleichgewichts- und Gangstörungen führt. OA Helmut Rauschka vom SMZ-Ost Donauspital erklärte: "Etwa ein Drittel der Fälle ist wahrscheinlich durch die Genetik bestimmt. Einer von 800 Österreichern bekommt im Laufe seines Lebens MS. Wenn ein Elternteil erkrankt ist, liegt das Risiko je nach Studie bei eins zu 30–50." Derzeit gibt es österreichweit 12.000 Betroffene, jährlich kommen bis zu 400 Neuerkrankungen dazu.

Umweltfaktoren

Neben den Genen spielen Umweltfaktoren eine große Rolle. So weiß man, dass die Krankheit immer öfter auftritt, je weiter man in den Norden geht. Sonnenlicht ist offenbar ein Faktor – "aber es sind noch viele Fragen offen, ob die Zufuhr von Vitamin D etwas bringt", beantwortete der Neurologe Univ.-Prof. Fritz Leutmezer von der MedUni Wien eine Frage aus dem Publikum.

"Außerdem scheint es Zusammenhänge mit Virusinfektionen zu geben, doch das hängt vom Zeitpunkt und der Art des Virus zusammen", sagte Rauschka. So hatten alle MS-Patienten vor ihrer Diagnose etwa den Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber), doch man könne daraus nicht viele Schlüsse ziehen, weil etwa 90 Prozent der Bevölkerung Epstein-Barr-positiv sind.

Die Experten raten jedoch möglichst von Zigaretten und allzu fleischreicher Kost ab (Fisch ist hingegen gut). Zum einen könnten sie das Risiko zu erkranken erhöhen. Zum anderen tragen sie mitunter zu einem schlechteren Verlauf der Krankheit bei. "In Japan war die MS, wie wir sie kennen, relativ selten – doch seit der Lebensstil dort immer westlicher wird, nimmt auch unsere MS immer mehr zu", berichtete Rauschka.

Faktor Stress

Am Podium war auch die Betroffene Anja Krystyn, die ihre Erfahrungen im Buch "Die Beine der Spitzentänzerin" (erschienen bei Der Verlag, 19,90 Euro) beschreibt. Für sie ist Stress ein wesentlicher Faktor, der den Ausbruch und den Verlauf der Krankheit begünstigt. "Jeder Betroffene sollte sein Leben ehrlich betrachten und herausfinden, was ihn belastet. Ich bin überzeugt, dass ich als Patientin Umstände schaffen kann, die das Immunsystem beruhigen, damit es gar nicht erst überschießt." Vielen Patienten hilft Beratung – ob mit einem Psychologen oder anderen Betroffenen. Infos dazu gibt es etwa bei der MS-Gesellschaft Wien (www.msges.at).

Der nächste Talk

Der Gesundheitstalk ist eine Veranstaltungsreihe von KURIER, Medizinischer Universität Wien und dem Pharmaunternehmen Novartis. Der nächste Termin findet am 27. April, 18.30 Uhr, zum Thema Hautkrebs statt (Van-Swieten-Saal der MedUni Wien, Van-Swieten-Gasse 1a, 1090 Wien). Der Eintritt ist frei.

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