In Finnland lässt sich auch Santa Claus gegen Influenza impfen - er darf jetzt natürlich nicht ausfallen.

© APA/AFP/Lehtikuva/LAURA HAAPAMAKI

Gesund
12/12/2018

Influenza-Impfstoff bereits knapp: "Keine Nachlieferung möglich"

Apothekerkammer bestätigte Mittwoch deutlich größere Nachfrage. Rund 600.000 Impfdosen verfügbar.

von Ernst Mauritz

"Wer sich gegen Influenza impfen lassen will, der muss es jetzt tun. Denn der Großhandel ist bereits leergekauft, auch Nachlieferungen seitens der Pharmafirmen sind nicht mehr möglich. Aber noch gibt es Impfstoff in den Apotheken." Das sagte Mittwoch Gerhard Kobinger, Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Apothekerkammer, bei einer Pressekonferenz anlässlich des Österreichischen Impftages (19.1.). "Schließlich ist es zu spät, eine Feuerversicherung abzuschließen, wenn der 'Stadl' bereits brennt."

Bernhard Prager, Generalsekretär des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, schätzt das Angebot an Influenza-Impfstoff in Österreich heuer "auf rund 600.000 Impfdosen". Davon seien an die 450.000  moderner Vierfachimpfstoff, der gegen zwei Influenza-A- und zwei Influenza-B-Viren schützt. Im Vorjahr standen in Österreich insgesamt rund 550.000 Dosen zur Verfügung, davon war noch der Großteil ein Dreifach-Impfstoff (schützt nur vor einem Influenza-B-Virus) und nur rund 20 Prozent Vierfach-Impfstoff. Und just in der vergangenen Saison war jenes Influenza-B-Virus stark verbreitet, gegen das der Dreifach-Impfstoff des Vorjahres nicht schützte.

Auch Prager bestätigte, dass es keine Möglichkeit der Nachlieferung gibt: "Der Impfstoff ist international bereits knapp, etwa auch in Deutschland." Denn die Basis der Lieferungen für das kommende Jahr sind immer die Verkaufszahlen des vergangenen Jahres.

 

Bis jetzt sind in Österreich nur vereinzelte Influenza-Infektionen nachgewiesen worden, sagte Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Meduni Wien.  "Lediglich Schweden und Georgien melden vereinzelt lokal begrenzte Influenzavirusaktivitäten. Derzeit werden in Europa hauptsächlich Influenzaviren vom Typ A nachgewiesen", heißt es auf einer speziellen Internet-Seite des Zentrums für Virologie der MedUni Wien. Wiedermann-Schmidt: "Wenn das so bleibt, dann passt der heurige Impfstoff." Denn er deckt diese Influenza-A-Viren, die jetzt vereinzelt schon auftreten, ab.

Im Vorjahr gab es in Österreich rund 440.000 Influenza-Erkrankungen, zwei Drittel davon waren Kinder. "Darunter waren auffällig schwere Verläufe mit Gehirnentzündungen", sagt Ruodlf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer. 1900 Kinder und Jugendliche mussten im Krankenhaus behandelt werden, neun starben. Für die Zwei- bis 18-Jährigen empfiehlt der Österreichische Impfplan einen eigenen Kinder-Impfstoff, der in die Nase gesprüht wird.

Kinderarzt Schmitzberger: "33 Prozent der Virusnachweise durch einen Abstrich stammten in der vergangenen Influenza-Saison von Kindern bis 14 Jahre, der Anteil der Bis-14-Jährigen an der Gesamtbevölkerung beträgt hingegen nur 14 Prozent."

Verdopplung der Keuchhustenfälle

Sorgen bereitet derzeit vielen Experten die Entwicklung beim Keuchhusten: Die Zahl der gemeldeten Fälle hat sich innerhalb von nur zwei Jahren (von 2015 auf 2017) von 579 auf 1411 verdoppelt, auch heuer waren es bis zum Sommer bereits mehr als 700. Infektionsspezialistin Ursula Wiedermann-Schmidt von der MedUni Wien: „Es ist vielen nicht bekannt, dass eine Keuchhusten-Impfung keinen dauerhafte Schutz hinterlässt und alle zehn Jahre aufgefrischt werden soll – ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle fünf Jahre.“

Kinderarzt Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen  Ärztekammer: „Für Säuglinge kann ein ,versteckter‘ Keuchhusten-Infizierter  in ihrer Umgebung lebensgefährlich sein  – es kann durch eine Infektion zu Atemaussetzern kommen.“

Und auch die Masern bleiben ein Thema: Bis November gab es in Österreich heuer bereits 75 registrierte Erkrankungen: „Alles Personen, die gar nicht geimpft waren oder nur eine der zwei Teilimpfungen bekommen hatten“, betont Wiedermann-Schmidt: „Rund 20 Prozent der Infektionen betrafen Gesundheitspersonal. Das ist ein unhaltbarer Zustand.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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