Für Kinder ist Flüssigkeitsverlust bei Hitze besonders gefährlich.

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Gesund
06/24/2019

Cool bleiben: Die besten Trinktipps für heiße Tage

Reichlich, lauwarm und alkoholfrei: Womit man den Durst im Sommer am besten löscht.

von Marlene Patsalidis

Schnell wurden die Spekulationen rund um Angela Merkels Zitteranfall vergangene Woche entkräftet: Sie habe zu wenig getrunken, erklärte die deutsche Bundeskanzlerin wenig später in einer Pressekonferenz. "Ich habe inzwischen mindestens drei Gläser Wasser getrunken. Das hat anscheinend gefehlt", sagte die 64-Jährige.

Bei Angela Merkel konnte eine Dehydration, wie das Austrocknen des Körpers genannt wird, verhindert werden. Der Vorfall zeigt, wie gefährlich es ist, im Sommer zu wenig zu trinken. Im schlimmsten Fall droht ein Kreislaufschock.

"Die meisten Menschen trinken ohnehin viel zu wenig", weiß Felix Stockenhuber, Facharzt für Innere Medizin und Professor an der Universität Wien. In der heißen Jahreszeit sei das "besonders problematisch".

Reichlich und lauwarm

Gesunden Menschen empfiehlt Stockenhuber bei hoher Außentemperatur täglich mindestens drei Liter Wasser zu sich zu nehmen. Da das natürliche Durstgefühl im Alter verloren geht, sollten ältere Personen besonders auf die Trinkmenge achten. "Am besten stellt man sich morgens einen großen Wasserkrug hin. Abends sollte der dann leer sein", sagt der Internist. Bei Kindern liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen, sicherzustellen, dass diese ausreichend trinken.

Patienten mit Herzschwäche rät der Experte, das Trinkpensum mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Eine zu hohe Trinkmenge begünstigt bei Betroffenen die Bildung von Wassereinlagerungen.

Anstatt eisgekühlte Getränke sturzartig zu konsumieren, sollte man Wasser – eventuell mit Zitronenscheiben aufgepeppt – wohltemperiert und regelmäßig trinken. Von Energy Drinks und zuckerhaltigen Limonaden rät Stockenhuber dringlich ab.

Alkohol verdünnen

Auch Alkohol ist ein ungeeigneter Durstlöscher: "Wenn es sein muss, dann unbedingt in Maßen und am besten Sommerspritzer, also mit Wasser verdünnt." Da man auch nachts Flüssigkeit verliert, sollte ein Glas Wasser griffbereit neben dem Bett stehen.

Ob man gut hydriert ist, kann am Urin abgelesen werden: "Der Harn sollte hell sein, idealerweise fast transparent, und zwar den ganzen Tag über." Wer befürchtet, zu viel zu trinken, kann beschwichtigt werden: "Das ist theoretisch möglich – und kommt etwa bei Marathonläufen auch vor –, ist aber im Alltag eher die Ausnahme als die Regel."

Nicht nur aufs Trinken gilt es bei Hitze zu achten. Auch die Ernährung sollte angepasst werden: "Über den Schweiß verlieren wir wichtige Mineralstoffe, vor allem beim Sport. Es kann also sinnvoll sein, ein wenig salzreicher zu essen." Wasserhaltige Nahrungsmittel, etwa Melonen, Gurken oder Tomaten, können den Flüssigkeitshaushalt ebenfalls stabilisieren.