Genuss
18.08.2017

Warum manche Paradeiser groß werden

Von einer beerengroßen zu einer Männerfaust-großen Frucht: Eine US-Wissenschafterin macht hierfür das "Cell Size Regulator“-Gen verantwortlich.

Bis zu tausendmal mehr an Gewicht bringt ein moderner Paradeiser heute auf die Waage im Vergleich zu seinem botanischen Urahnen Solanum pimpinellifolium. Hobbygärtner und Landwirte fragten sich schon bisher, wie es sein kann, dass manche Früchte prachtvolle Größen erreichen, anderen hingegen kleine Beeren bleiben.

Wie der ORF jetzt berichtet, haben sich Forscher rund um Esther van der Knaap die Entwicklung der roten Früchte nun genauer angesehen: Wie und warum wurden zentimetergroße Früchte zu den heutigen "Riesenparadeisern". Diese Entwicklung wurde dank Selektion durch den Menschen herbeigeführt – über Jahrhunderte hinweg verwendeten Landwirte nur Samen der größten Früchte für die Weiterzucht.

In Österreich gewann das Gemüse erst in der Nachkriegszeit an Bedeutung, mittlerweile isst jeder Österreicher im Schnitt täglich eine Frucht von mittlerer Größe. Die kulinarischen Vorteile sind schnell erklärt: Paradeiser sind relativ gut haltbar, können regional leicht angebaut werden und sind relativ lange verfügbar. Aber wieso werden manche Früchte größer als andere? Den Unterschied macht laut van der Knaap von der Uni Georgia ein bestimmtes Gen aus, das sie als " Cell Size Regulator" (CSR) bezeichnet. Ein Vergleich mit Wildpflanzen hätte sich bei domestizierten Paradeisern ein mutiertes CSR-Gen gezeigt – als Resultat wird jede Zelle im Fruchtgehäuse größer.

Über die Ergebnisse der Studie werden sich Gemüse-Landwirte besonders freuen, so van der Knaap: "Das Wissen um das CSR-Gen kann dafür genutzt werden, Paradeiser noch größer zu machen, ganz ohne Abstriche bei Geschmack und Resistenzen gegenüber Krankheiten."