Genuss
25.12.2017

Warum gute Musik beim Essen wichtig ist

Musikwissenschafter der Universität Wien erforschten in einer aktuellen Studie, welche Musik auf Gäste wirkt.

Die einen hassen sie, die anderen lieben sie: Musikbegleitung in Restaurants. Lässt uns Musik tatsächlich länger sitzen und mehr konsumieren? Die Antwort kennt Christoph Reuter vom Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien, der mit deutschen Forschern den Einfluss von Musik auf unser Ess- und Trinkverhalten untersuchte. Zudem entwickelte er ein eigenes Modell, um Musikwirkungs-Typen zu kategorisieren.

Reuter: "Schlechte, unpassende oder zu laute Musik zeigte sich in der Studie als der meistgenannte Grund, weswegen Besucher eine Lokalität frühzeitig verlassen." Eine Musik, die auf alle Wirkungs-Typen gleichermaßen angenehm oder förderlich wirkt, ist schwierig zu definieren: "Man könnte hier als größten gemeinsamen Nenner vielleicht die Evergreens und Popmusik nennen. Diese werden vom Kontroll-, Genuss- und Aktivations-Typ bei passendem Lokalambiente gleichermaßen gerne gehört."

Worauf Gastronomen achten müssen

  • Der Kontroll-Typ sucht sich Lokalitäten gezielt nach der Musik aus und bevorzugt Evergreens oder Live-Musik, jedoch keine aktuelle Popmusik. Bei passender Musik und Ambiente bleibt er länger, gibt jedoch nicht mehr Geld aus.
  • Beim Party-Typ muss die Musik ein Mitsingpotential besitzen. Auch bei passender Musik zum Mitsingen (aktuelle Pop- und Volksmusik, auch Live-Musik) bleibt er nur kurz, gibt dabei aber vergleichsweise mehr Geld für Getränke aus.
  • Für den Genuss-Typ ist es wichtig, dass die Musik zum Ambiente passt (aktuelle Popmusik, Evergreens, Live-Musik). Dann bleibt er länger und gibt mehr Geld für Speisen aus.
  • Der Aktivations-Typ will er keine Experimente wagen – Klassik und Live-Musik lehnt er ab – während er bekannte Musik (Pop- und auch Volksmusik) bevorzugt. Bei der richtigen Musik ist er bereit mehr Geld für Speisen und Getränke auszugeben.