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Genuss
07/15/2019

Unbedingt einmal probieren: Ein paar Petitessen

Essen wie Gott in Frankreich, das fällt den meisten Menschen zur Urlaubsküche der Grande Nation ein. Man kann hier ausladend und üppig genießen – aber auch fein, klein und angenehm einfach.

von Gabriele Kuhn

Die Wahrheit ruht auf dem Boden des Kochtopfes. Ein schöner Spruch, er stammt von Paul Bocuse, legendärer Koch aus Frankreich, der die „Nouvelle Cuisine“ mitgeprägt hatte. Die französische Küche ist auf ihre Art einmalig, im Jahr 2010 wurde „das gastronomische Mahl der Franzosen“ in die Liste des immateriellen Welterbes der Menschheit aufgenommen. Doch was sollte man als Frankreichurlauber wo und wie genossen haben?

In der Bretagne unbedingt „Kig ha farz“. Der deftige Eintopf gilt als Festessen der Bretonen, so die Frankreich-Expertin Ilona Perrot von „Atout France“. Das Rezept ist simpel, die Zutaten – Schweinshaxe, Bein und Schulter vom Rind sowie Bauchspeck und Gewürze – werden lange gekocht. Dazu Teigknödel, die „farz“. Wer danach noch Platz im Bauch hat, nimmt „Far breton“, buttrigen Kuchen mit getrockneten Zwetschken.

Auch im Burgund schätzt man Eintopf, klassisch: „Boeuf Bourguignon“, lange geschmortes Rind in Rotwein. Rund um Toulouse wird „Cassoulet“ serviert, das Schmorgericht aus weißen Bohnen, Speck, gepökeltem Schweinefleisch und Würstchen.

„Pounti – einfach und sehhhhhr gut“, so Madame Perrot, sollte man in der Auvergne gekostet haben, eine Terrine mit Mangold, Speck und Dörrzwetschgen. Im Elsass bestellen Sie „Choucroute garnie“ mit verschiedenen Wurst- und Fleischsorten sowie Sauerkraut. Im Süden schmeckt das Leben nach Mittelmeer, in der Provence nehmen die Menschen zum obligaten Glas Rosé ein Baguette mit „Tapenade“ oder „Anchoide“ – wunderbare Pasten aus schwarzen Oliven oder Sardellen, die auf knuspriges Brot gestrichen werden (siehe unten). Ein einfacher Snack in der Gegend rund um Cannes und Nizza ist „Socca“, „Pfannkuchen“ aus Kichererbsenmehl. Er wird in Holzhöfen gebacken und etwa am Markt von Cannes zwischendurch genascht. Bon appétit!

Tapenade

Vorbereitung: 5 Minuten
Zubereitung: 5  Minuten
Portionen: 6

200 g schwarze Oliven entsteint
2 Stiele Petersilie
50 g Kapern
50 g Sardellenfilets
2 Knoblauchzehen
1 Bio-Zitrone
300 ml Olivenöl
1 Prise Pfeffer

- Petersilie klein hacken, in eine Schüssel geben. Oliven, Kapern und Sardellen dazugeben
- Dazu kommt gehackter Knoblauch
- Zitronenschale reiben und mit dem Zitronensaft zugeben. Etwas pfeffern
- Mit Olivenöl auffüllen – pürieren. Nach Belieben Öl nachgießen. Paste auf dünn geschnittenes, frisches oder geröstetes Baguette streichen und servieren.

Socca

Vorbereitung: 5 Minuten
Zubereitung: 5–10 Minuten
Portionen: 8

1/2 l Wasser
250 g Kichererbsen-Mehl
4 El Olivenöl

- Zutaten gut verrühren. Teig sehr dünn auf einem mit Olivenöl gefetteten Backblech verteilen
- Ofen auf 200 Grad vorheizen, Grillfunktion einschalten, 5–10 Minuten goldgelb backen