Genuss
26.07.2017

Warum Sie Bierflaschen nicht liegend lagern dürfen

Bier ist so etwas wie die Prinzessin auf der Erbse. Wird es falsch gelagert, reagiert es unwirsch. Das können Sie tun, damit der goldene Saft nicht an Geschmack verliert.

Bier-Liebhaber müssen schnell sein, denn ihr Liebling ist nicht für lange Beziehungen geschaffen. Schon nach etwa drei Monaten kann er an Geschmack und Spritzigkeit verlieren. Damit der Moment des Genusses nicht an einem schalen Nachgeschmack leidet, zahlt es sich aus, sorgfältig auf das Sensibelchen zu achten. Wir haben einige praktische Tipps zusammengefasst, damit der heimische Bier-Vorrat die Zeit der Lagerung möglichst ohne Verluste übersteht:

Tipp 1: Kühl und dunkel

Grundsätzlich sollten die Flaschen immer kühl und in dunklen Räumen aufbewahrt werden. Grelles Sonnenlicht, starke Temperaturschwankungen und Erschütterungen beschleunigen den Alterungsprozess. Das beeinträchtigt nicht nur das Geschmackserlebnis, sondern auch die Farbe. Dass viele Flaschen grün oder – noch besser – braun sind, hat seinen Grund. Sie helfen dabei, dass der Gerstensaft nicht durch das Licht verdirbt. Wer selbst Bier braut, ist daher gut beraten, sein Werk in dunkle Behältnisse abzufüllen.

Empfehlenswert ist eine konstante Lagerung zwischen fünf bis sieben Grad. Werden die Flaschen nicht im Kühlschrank, sondern im Keller aufbewahrt, darf die Temperatur auch auf bis zu 15 Grad klettern. Vor allem Starkbiere wie dunkles Ale kommen wunderbar damit zurecht. Generell gilt: je höher der Alkoholgehalt, desto wärmer die Umgebungstemperatur.

Übrigens: Die Praxis, Bier vor dem Trinken noch schnell in die Gefriertruhe zu packen, ist für Feinschmecker ein No-Go. Die gefrorenen Bierzellen erholen sich nicht mehr von dem Kälteschock. Ein feiner Gaumen wird den Unterschied schmecken.

Tipp 2: Aufrecht halten

Bei Weinflaschen hat sich das Wissen längst durchgesetzt: Die Art der Lagerung hat direkte Auswirkungen auf die Haltbarkeit des edlen Tropfens. Für Bier gilt Ähnliches. Die Flaschen stehen am besten aufrecht. So kann sich die Hefe am Flaschenboden absetzen, statt einen Ring an der Seite zu hinterlassen, der sich wiederum beim Aufrechtstellen mit dem übrigen Saft vermischt. Auch im vollen Kühlschrank sollte man also der Versuchung widerstehen, das Bier einfach auf die Seite zu legen, nur um nichts umschlichten zu müssen. Hinzu kommt, dass es bei der vertikalen Lagerung weniger oxidiert und auch dadurch länger hält.

Tipp 3: Auf die Zeit achten

Während Biere mit weniger Volumenprozenten oft schon nach rund drei Monaten anfangen, schal zu werden, halten Varianten mit höherem Alkoholvolumen bis zu einem halben Jahr durch. Ein Sonderfall ist Selbstgebrautes. Da aus dem Bier die Hefe nicht herausgefiltert wird und das Getränk generell sehr naturbelassen ist, sinkt die Haltbarkeit ab. Ungeöffnet kann es nur bis zu vier Wochen aufbewahrt werden. Eine kühle Lagerung ist hier besonders wichtig, da im hausgemachten Gebräu die Hefezellen überaus aktiv sind. Ist die Umgebung zu warm, können die Flaschen durch den aufgebauten Druck platzen.

Tipp 4: Vergleich ziehen

Wer sich richtig mit dem Thema Lagerung auseinandersetzen will, kauft mindestens zwei Flaschen jeder Sorte. Nachdem eines gleich getrunken wird, werden Notizen zu Geschmack, Aromen und Konsistenz gemacht. Kommt dann später das zweite Bier zum Zug, kann ein direkter Vergleich gezogen werden. Schmeckt es immer noch so oder ist schlechter geworden? Die Erfahrung macht dann den Meister – Schluck um Schluck.

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